Hoteldirektor veruntreute 215.000 Euro

VN / 31.03.2026 • 10:48 Uhr
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hartingerAm Landesgericht Feldkirch wurde gegen einen Deutschen wegen Veruntreuung verhandelt.

47-jähriger Deutscher zweigte fünf Jahre lang Einnahmen aus Betrieb ab.

Feldkirch “Ich habe noch nie ein Hotel geführt, keinen anderen Saisonsbetrieb und ich hatte eine Sieben-Tage-Woche. Es war mir einfach alles zu viel. Dazu noch die Scheidung”, jammert der 47-jährige Deutsche vor dem Schöffensenat am Landesgericht Feldkirch. Im Urteil stellt Richterin Lea Gabriel allerdings klar, dass sie dies nicht als Entschuldigung gelten lassen kann. 2015 sei die Scheidung bereits erledigt gewesen, außerdem hätten auch andere Menschen private Probleme und werden deshalb nicht straffällig.

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eckertDer Angeklagte wartet vor dem Gerichtssaal auf seine Verhandlung.

In 250 Angriffen führte der Direktor des Vorarlberger Hotelbetriebes immer wieder Bargeld nicht ab, sondern steckte es in die eigene Tasche. Aufgefallen ist dies nicht, denn er war eine Führungskraft und erledigte vieles selbst, sodass er die Entnahmen leicht vertuschen konnte.

BMW veruntreut

Abgesehen von den Bargeldbeträgen veruntreute der Angeklagte auch einen BMW. Dabei geht es um einen Wert von rund 29.000 Euro. Diesbezüglich erwischte die Justiz allerdings glücklicherweise gerade noch rechtzeitig einen Audi A7 des Schuldners. Der wurde zwangsversteigert, die ausstehende Schadenssumme konnte bis auf eine Differenz von 550 Euro beglichen werden. Der einstige Hoteldirektor zeigt sich umfassend geständig, lamentiert allerdings herum, dass er in eine Sieben-Tage-Woche eingespannt war, alles, angefangen von Lieferantenbestellungen und Rechnungen über Reservierungen, Telefon, Arbeitszeitaufzeichnungen bis hin zur EDV allein managen musste. Man habe ihn angewiesen, offiziell viel weniger Stunden aufzuzeichnen, als er wirklich gearbeitet habe. Das Geld dafür habe er nie erhalten, behauptet er. Dass die Inhaber des Hotels ihm gegenüber sehr herzlich, freundlich und entgegenkommend waren, räumt er allerdings ein.

Vier Jahre in Australien

Dass man den Mann erst jetzt vor Gericht stellte, hängt auch damit zusammen, dass er in den letzten Jahren vier Jahre in australischen Gefängnissen verbrachte. Dort ging es allerdings nicht um Vermögensdelikte. Was ihn vier Jahre hinter Gitter beförderte, will der Mann wohlweislich lieber nicht sagen, offenbar schämt er sich. In der australischen Strafregisterkarte finden sich jedenfalls fünf Eintragungen. Weil der Angeklagte im Ausland bereits vier Jahre absaß, trifft es ihn nurmehr fünf Wochen Haft. Die Justiz muss die Straftaten nämlich so betrachten, als wären alle unter einmal verhandelt und verurteilt worden. “Ansonsten wären Sie bei einem solch hohen Betrag nicht mit einer derart milden Strafe davongekommen”, erklärt ihm die Richterin. An Schadenersatz muss er dem Hotel die 215.000 Euro samt Zinsen seit 2019 zurückerstatten, zusätzlich die 550 Euro wegen der BMW-Geschichte, dazu 250 Euro Verfahrenskosten. Wann der rechtskräftig Verurteilte finanziell dazu in der Lage sein und ob er dann auffindbar sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Die Geschädigten haben jedenfalls 30 Jahre Zeit, es zu versuchen.