Viel Idealismus für die Kunst
Die beiden Ereignisse dieses Sommers sind zwar vorbei, trotzdem möchte ich den Initiator dieser beiden Projekte besonders erwähnen: Gregor Koller. Diese Woche ging der „Hor(s)t der Kunst“ in den ehemaligen Volieren der Adlerwarte am Pfänder zu Ende, in Hörbranz gab es vor einigen Tagen den Ausklang zum „Weißhaus“. Schon im vergangenen Jahr hatte Koller die Idee, die leer stehende Adlerwarte am Pfänder für ein Kunstprojekt zu nutzen. So „sperrte“ er in jeden ehemaligen Vogelkäfig Kunst von vorwiegend Vorarlberger Künstlerinnen und Künstlern.
Eine Idee, die beim Publikum so gut ankam, dass Koller auch heuer wieder „in die Volieren griff“. Mit wiederum großem Erfolg. Auch das zweite Sommerprojekt sorgte für Aufsehen: Ein zum Abriss bestimmtes Haus wurde von Rhomberg Bau zur Verfügung gestellt und Koller malte in langwieriger Arbeit die ganze Villa weiß an. In diesem weißen Haus zeigte Tone Fink seine wunderbaren Arbeiten in Weiß. Eine unglaublich dichte Sache, die noch dazu Spaß machte, den Künstlern ebenso wie den Besuchern.
Es waren nicht die ersten Projekte von Gregor Koller, mit denen er außerhalb der üblichen Kunstszene Aufsehen erregte. Schon bei der Fußball-Europameisterschaft 2008, die in der Schweiz und in Österreich ausgetragen wurde, zeigte er sich kreativ. Er verband die beiden Hausberge am Bodensee, den Pfänder und den Säntis, mit einem Laserstrahl, um die Gastgeber der EM zu großen Leistungen zu beflügeln. Sportlich erfolglos, künstlerisch bedeutsam.
Mit einer spontanen Aktion wollte er, gemeinsam mit Margit Hinterholzer, 2011 den sommerlichen Dornröschenschlaf des Künstlerhauses in Bregenz beenden und zauberte innerhalb kürzester Zeit die höchst bemerkenswerte Ausstellung „Große Töchter, Söhne“ aus dem Hut. Ein Jahr später war das Duo wieder gemeinsam tätig: „Eis und Gold am Arlberg“ war eine Aktion, bei der die Künstler Christian Eisenberger und Gottfried Bechtold in den Bergen tätig waren.
Bechtold malte auf 1800 Metern den Rüfikopf, das Omeshorn und das Kriegerhorn. Ebenso am Arlberg signierte Bechtold mit Koller einige Jahre später ein unberührtes Schneefeld. Ein Kunstwerk, das angesichts der Sonne bald vergangen war. Die Idee dazu ist, neben Fotos, allerdings geblieben. Und darauf, und nicht auf Geld, kam es bei den meisten Aktionen von Gregor Koller an. Man sollte ihm Mut machen, uns weiter so zu überraschen.
Es waren nicht die ersten Projekte von Gregor Koller, mit denen er außerhalb der üblichen Kunstszene Aufsehen erregte.
walter.fink@vn.at
Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.
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