Verschiedene Abschiede
Zwei herausragende Vertreter des Bürgermeisteramtes haben in diesen Tagen die politische Bühne verlassen, einer für immer, der andere nur das Amt. Erich Brunner war ab den siebziger Jahren mehr als ein Vierteljahrhundert Bügermeister von Klösterle. Aber eigentlich war er ja viel mehr als das, er war erster Botschafter des Klostertals, er war Vorkämpfer für wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Aufschwung, er war Seilbahner aus Überzeugung und er war nicht zuletzt ein dem Leben und den schönen Dingen aufgeschlossener Mensch. Vermutlich gäbe es noch heute keine Umfahrung der Dörfer im Klostertal, vermutlich würden immer noch alle Autos – man denke an andere Beispiele in Vorarlberg – den Menschen über die Füße fahren, wenn Erich Brunner nicht seine Fähigkeiten im Umgang mit Menschen eingesetzt hätte.
Wenn man sich an seine legendären Wienreisen zu den Verantwortlichen der Regierung, wenn man sich an deren Besuche im Klostertal erinnert, dann weiß man, dass viele wichtige positive Entscheidungen für diese Region auf das Verhandlungsgeschick von Erich Brunner zurückzuführen sind. Er konnte mit den Menschen umgehen, mit den ganz Großen ebenso wie mit den Kleinen, eine Fähigkeit, die wir mit seinem Ableben schmerzlich vermissen.
Freiwillig von seinem Amt zurückgetreten ist Anfang dieser Woche der Bürgermeister von Krumbach, Arnold Hirschbühl. Weit über zwanzig Jahre war er Vorsteher der Vorderwälder Gemeinde, die in dieser Zeit zu einem Dorf mit Vorbildcharakter geworden ist. Kaum eine Woche vergeht, da nicht Architekturexkursionen nach Krumbach kommen, um hier eine Entwicklung zu studieren, die kaum ihresgleichen hat. Herausragend sind natürlich die weltweit bekannt gewordenen Wartehäuschen, BUS:STOP Krumbach. Sieben internationale Architekten führten die fast kleinstmögliche und nur scheinbar unbedeutende Arbeit aus, nämlich den Entwurf eines Wartehäuschens. Dann das neue Zentrum von Krumbach, das Pfarrhaus von Hermann Kaufmann, der zentrale Busplatz im Dorfzentrum von den Architekten Bernardo Bader, René Bechter und Hermann Kaufmann, der neu gestaltete Platz vor der Kirche mit der Brunnenskulptur von Herbert Meusburger.
Das alles ist nicht nur, aber auch mit dem Gestaltungswillen von Arnold Hirschbühl geworden. So darf man froh sein, daß er, obwohl nicht mehr Bürgermeister, doch weiterhin Obmann des Vereins Kultur Krumbach bleiben wird.
„Zwei herausragende Vertreter des Bürgermeisteramtes haben in diesen Tagen die politische Bühne verlassen, einer für immer, der andere nur das Amt.“
Walter Fink
walter.fink@vn.at
Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.
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