Landesrat Christian Bernhard will sich für die Errichtung einer Landesgalerie einsetzen

Vorarlberger Kulturpolitik stellt Vielfalt und Teilhabe der Bevölkerung ins Zentrum.
Bregenz 24,26 Millionen Euro sind im Landesvoranschlag 2019 für Kultur vorgesehen, die Summe für die vielen kleinen Kulturinitiativen in Vorarlberg beträgt 2,43 Millionen Euro. In den Räumlichkeiten einer solchen relativ neuen und zudem vergleichsweise winzigen Einrichtung, die von einer Gruppe von Künstlern initiiert wurde, nämlich im Kollektiv in Bregenz, informierte der zuständige Landesrat Christian Bernhard über die Schwerpunkte in der Kulturpolitik des laufenden Jahres. Basierend auf die im Jahr 2016 erstellte Kulturstrategie mit den drei Säulen, die da lauten Zusammenarbeit, Impulse setzen und Grenzen überschreiten, liegt die Betonung bei der Bewahrung der Vielfalt und der Partizipation. In einer kleinen Broschüre sind einzelne Punkte aufgelistet, am Ende einer Legislaturperiode, bevor in Vorarlberg im September ein neuer Landtag gewählt wird und bevor Christian Bernhard aus der Politik ausscheidet, hatte die Information vor Medienvertretern auch den Charakter einer Bilanzziehung. Das Kulturbudget ist in den letzten zehn Jahren jeweils leicht, aber stetig angestiegen, zuletzt wurde ein Sprung um 2,8 Prozent unternommen. Die Erhöhungen kommen vor allem dem Landestheater zugute. Daneben wurden aber einige Initiativen gesetzt. Zu den zentralen zählen die bereits vorgestellte Errichtung eines Literaturhauses in Hohenems, die Konkretisierung eines Eventkalenders oder die Neugestaltung des Onlineauftrittes der Vorarlberger Museen.
Landkarte mit Erinnerungsorten
Angestrebt wird zudem die Errichtung einer digitalen Landkarte, die alle Erinnerungs- und Gedenkorte im Land ausweist, oder die Unterstützung des Bezirks Bludenz bei der Entwicklung einer Kulturstrategie. Bernhard: „Der Süden Vorarlbergs ist ein Kind, das Sonderförderung braucht.“
Laut Winfried Nussbaummüller, dem Leiter der Kulturabteilung im Amt der Landesregierung, gibt es Defizite beim Bewusstsein für das Miteinander. Die Kulturabteilung will somit die Künstler und Veranstalter dazu animieren, nach Möglichkeit den ganzen Kulturraum zu bespielen. Im kommenden Jahr wird Vorarlberg den Vorsitz der Internationalen Bodensee-Konferenz innehaben. Nussbaummüller, der auch für weniger Berührungsängste mit den Touristikern plädiert, erwartet sich davon eine Intensivierung des Austausches.
Auslandsstipendien werden weiterhin vergeben, darüber hinaus will das Land aber auch Comeback-Stipendien anbieten, das heißt, Künstlerinnen und Künstlern Anreize liefern, ins Land zurückzukehren. Eine entsprechende Atelierwohnung stellt die Stadt Feldkirch.
Ort für die Landesgalerie in Diskussion
In eine seit Jahrzehnten laufende Diskussion, nämlich um jene nach der Errichtung einer Landesgalerie bzw. eines Ortes für die ständige Präsenz von Beispielen aus der bildenden Kunst der Gegenwart und aus verschiedenen Epochen, kommt nun etwas Bewegung. Einer expliziten Frage der Vorarlberger Nachrichten wich Winfried Nussbaummüller mit dem Verweis auf bestehende, kleine Einrichtungen zwar aus, Landesrat Christian Bernhard wurde jedoch deutlich: „Ich kann mir aus der Erfahrung der vergangenen Jahre sehr gut vorstellen, dass wir in diese Richtung etwas entwickeln, ich werde mich dafür einsetzen.“ Der Ort sei noch nicht bestimmt, aber die Festlegung eines solchen sei ein Thema für die Zukunft.