Der mit der Viola singt

Kultur / 17.11.2019 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fridolin Schöbi hat die Prüfung mit Bravour bestanden. VN/LERCH

Der 17-jährige Fridolin Schöbi überzeugt im Herbstkonzert der Musikfreunde.

Bregenz War es die richtige Entscheidung, einen jungen Streicher mit dem Solopart im Herbstkonzert der Gesellschaft der Musikfreunde Bregenz zu betrauen? Keine Sorge, der gerade erst 17-jährige Bratschist Fridolin Schöbi aus Feldkirch hat am Samstagabend im ausverkauften Bregenzer Kornmarkttheater alle Bedenken zerstreut und mit der Interpretation des Konzerts für Viola und Orchester D-Dur von Franz Anton Hoffmeister (geb. 1754 im damals vorderösterreichischen Rottenburg am Neckar – gest. 1812 Wien)  eventuell bestehende Zweifel glänzend ausgeräumt.  

Der langjährige Dirigent Hansjörg Gruber hat mit dem gehobenen Laienorchester der Musikfreunde ein anspruchsvolles klassisches  Sandwich-Programm unter dem Motto „Licht für die Seele“ mit Werken von Haydn und Schubert und dazwischen eben Hoffmeister einstudiert. In der Klassik ist wenig für Bratsche komponiert worden, neben dem Violakonzert von Carl Stamitz gilt das Werk in D-Dur von Hoffmeister daher  als Prüfstein für Bratschisten. Mit erstaunlich ausgereifter Spieltechnik, musikalischem Einfühlungsvermögen und souveräner Bühnenpräsenz hat der am Landeskonservatorium Vorarlberg studierende Musikgymnasiast und mehrfache Preisträger das technisch herausfordernde Opus mit selbstverständlicher Grandezza gemeistert. So viel war den Reaktionen von Dirigent Gruber, der Orchestekollegen und dem Beifall des Publikums, darunter die stolze Mutter, Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink zu entnehmen: Fridolin hat die Prüfung mit Bravour bestanden. Mit einer Bach-Zugabe bedankte sich der junge Künstler für den großen Applaus.

Dirigent Hansjörg Gruber hat mit dem gehobenen Laienorchester der Musikfreunde ein anspruchsvolles klassisches Sandwich-Programm unter dem Motto „Licht für die Seele“ einstudiert.
Dirigent Hansjörg Gruber hat mit dem gehobenen Laienorchester der Musikfreunde ein anspruchsvolles klassisches Sandwich-Programm unter dem Motto „Licht für die Seele“ einstudiert.

Zu Beginn des Konzertabends erklang die Ouvertüre zu Joseph Haydns 1784 uraufgeführter  Kreuzritter-Oper „Armida“. Heroisch-romantisch ging es nach der Pause mit der Ouvertüre zu Franz Schuberts Oper „Alfonso und Estrella“ weiter. Zuletzt dann wagten sich Gruber und die Musikfreunde an Schuberts Sinfonie in h-Moll, D759. Die zwei Sätze der sogenannten „Unvollendeten“ zeigten das dank intensiver Probenarbeit enorme Leistungsvermögen des aus bewährten Kräften und jungen Instrumentalisten zusammengesetzten Klangkörpers auf. Mit dem flotten Militärmarsch von Schubert verabschiedeten sich die Musikfreunde bis zum Muttertagkonzert im Mai 2020. Werner Kaplaner