Puppentheaterparty mit allem, was dazugehört

Kultur / 07.01.2020 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Stück „Margaritha zaubert“ hat bei der Premiere in der Harder Kammgarn Jung und Alt beeindruckt. BIATEL

Harder Puppentheater beleuchtet mit der neuen Produktion das Leben in all seinen Facetten.

Hard Was macht eine perfekte Party aus? Gute Musik, zahlreiche Gäste und viel Unterhaltung. Das alles fand das Publikum bei der Premiere des Harder Puppentheaters vor.

Heuer steht das Stück „Margaritha zaubert“ auf dem Programm, als Grundlage dient das Märchen „Die Blumen der kleinen Ida“ von Hans Christian Andersen. Rund 200 Zuseher ab drei Jahren tauchten bei der Premiere gemeinsam in Traumwelten ein, feierten und setzten sich auch mit dem Ernst des Lebens auseinander.

Tiefgründige Handlung

Ein aufgedrehter Hahn und ein zuckersüßes Schaf springen wild auf der Bühne herum. Die beiden Kuscheltiere gehören den Geschwistern Max und Ida, die von Puppen verkörpert werden. Von ihrer Oma bekommen sie eine Blume namens Margaritha geschenkt. Sobald die Kinder eingeschlafen sind, erwacht die Blume zum Leben und nimmt sie mit in ihre Traumwelt. Es folgt eine magische Show. Margaritha verfügt über Zauberkräfte und setzt diese dazu ein, eine große Party zu veranstalten. Die schwarzgekleideten Spielerinnen verschwinden im Hintergrund und bunte Objekte, die von ihnen bewegt werden, erstrahlen im UV-Licht. Mit viel Präzision und akribisch einstudierten Choreografien versetzen sie das Publikum ins Staunen. Sie feiern mit Piraten, schwimmen mit Fischen und beobachten bunte Planeten. Alles scheint perfekt, doch plötzlich erwachen Ida und Max aus ihren Träumen und müssen feststellen, dass Margaritha über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Um ihrer Lieblingsblume die letzte Ehre zu erweisen, organisieren sie mit ihren Kuscheltieren eine Trauerzeremonie.

Die Vorbereitungen für die Premiere starteten bereits im Sommer 2019. Seither hat sich die Puppentheater-Gruppe fast wöchentlich getroffen, um Kostüme zu basteln und die Aufführung einzustudieren. Mit vollem Körpereinsatz standen Sonja Biatel-Kassler (Hahn), Angelika Büchele-Herburger (Max), Heidi Woitsche (Ida), Nina Steiner (Margaritha) und Martina Hädge (Schaf) auf der Bühne. „Dann wirst du seh’n, vieles ist wahr, was in den Träumen geschah“ sang die Vorarlbergerin Alex Sutter mit ihrer Soul-Rock-Stimme. Sämtliche Songs stammen aus ihrer Feder und verwandeln sich innerhalb von Sekunden zu hartnäckigen Ohrwürmern. Damit zu Hause weitergesungen werden kann, wurde ein Liederbuch mit phantasievollen Illustrationen von Spielerin Nina Steiner gestaltet.

Mit der Stimme von Alex Sutter

Kinder nehmen kein Blatt vor den Mund. Das einstündige Stück überzeugte mit einer nachvollziehbaren Handlung, Tiefgang und Humor. Die jungen Theaterfreunde sangen lauthals mit, lachten viel und kommentierten den Stückverlauf kritisch. „Blumen verwelken und auch Haustiere müssen irgendwann sterben. Im Leben gibt es gute und schlechte Zeiten,“ reflektierte ein junger Zuseher nach der Aufführung.

Damit möglichst viele Kinder mit der Theaterwelt in Berührung kommen, werden weitere Aufführungen für Schulklassen und Kindergartengruppen im Frühjahr geplant. „Der Kreislauf des Lebens sollte nicht ausgeklammert werden. Es ist für uns eine Herzensangelegenheit, dieses sensible Thema aufzugreifen,“ erklärte Theatermacherin Iris Biatel-Lerbscher (59) und ergänzt: „Auch Kinder sollten damit in Berührung kommen und Fragen stellen können, nicht nur Erwachsene.“ Miriam Sorko

Weitere Aufführungen am 11., 12. und 19. Jänner jeweils um 15 Uhr in der Kulturwerkstatt Kammgarn in Hard: www.puppentheaterhard.at