Big-Band-Sound aus dem Walgau

Kultur / 12.02.2020 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Big Band Walgau besteht aus Musikschullehrern, Hobbymusikern und ehemaligen Schülern. PASCAL SOHLER

Die Big Band Walgau präsentierte ihr neues Programm „Minimal Music“.

NÜZIDERS Die Big Band Walgau, vor rund 30 Jahren gegründet, ist ein Ensemble der Musikschule Walgau. Sie ist in der weiteren Region verankert und besteht aus Musikschullehrern, Hobbymusikern und ehemaligen Schülern. „Vor sieben Jahren haben Thomas Heel und ich begonnen, Spezialprojekte zu entwickeln. Es ist eine befruchtende Synergie, Thomas hat grandiose inhaltliche Ideen, ich bin eher für das Organisatorische und musikalische Leitung zuständig“, erklärt Musikschuldirektor Christian Mathis. Was im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstehen kann, wurde jüngst im Sonnenbergsaal in Nüziders deutlich.

Thomas Heel, der als Bandmitglied auch für zahlreiche Arrangements verantwortlich zeichnete und den Abend moderierte, erklärte: „Minimal music entstand Anfang der 1960iger-Jahre unter dem Einfluss asiatischer und afrikanischer Musik. Der Begriff selber wurde durch Michael Nyman geprägt. Wir präsentieren heute Abend nicht nur Stücke von Minimalisten, sondern Stücke mit minimalistischen Tendenzen.“ Das Minimale bezog sich dabei in erster Linie auf die Klarheit der rhythmischen und melodischen Strukturen der Kompositionen. Das Stück „Same old song” des schwedischen Komponisten Mats Holmquist bildete den Auftakt, dieses konnte eindeutig dem Minimalismus zugeordnet werden. Mit zwei Songs der deutschen Elektropop-Gruppe „Kraftwerk“ erfolgte ein Wechsel in ein gänzlich anderes Genre. „The Model“ und „We are the robots“ war dem Publikum bekannt, diese Stücke wurden jedoch in einem speziellen, recht anspruchsvollen Arrangement für Orchester gespielt. Weitere Stücke waren unter anderem „Musique mechanique“ der amerikanischen Komponistin Carla Bley oder eine „Eine Gute-Nacht-Geschichte für Big Band“ des Komponisten Tom Johnson. Die Sängerin Alex Sutter erzählte, kongenial begleitet Samuel Scott am Synthesizer, vorab die Geschichte „Es war einmal ein Tourist“.

Gesungen von Alex Sutter

Der zweite Teil des Konzerts war vorwiegend Tom Waits gewidmet. „Seine Stücke haben immer denselben Rhythmus, bestehen aus gleichen Tönen, auch der Tonumfang ist sehr gering. Aus diesen Gründen haben wir uns entschieden, seine Kompositionen aus dem eher unbekannten Album ‚Blood Money‘ mit ins Repertoire zu nehmen“, erläuterte Mathis. Mit Alex Sutter, die ebenfalls an der Musikschule Walgau unterrichtet, wurde eine gute Interpretin für die von Thomas Heel arrangierten Lieder von Waits gefunden.“

Vom Flötisten und Saxofonisten Norbert Dehmke wurden drei Kompositionen gespielt, nämlich „Bars and Stripes“, „Okay“ und „No black, no white“. Auch er erzählte eine Geschichte, nämlich wie die Komposition „Bars & Stripes“ entstanden sei. Hierbei handle es nicht um eine Analogie zu „Stars & Stripes“, sondern er habe ein geometrisches Muster vertont: „Die unterschiedlichen Längen der Fliesen im Badezimmer meiner Mutter dienten als Basis für das Stück. ‚Bar‘ bedeutet im Englischen übrigens ‚Takt‘. Ich habe vier verschiedene rhythmische Ebenen aufeinandergeschichtet: eine Bass-Line, einen Swing-Rhythmus darüber, Quartolen und oben drüber eine Melodie.“ Das Publikum war begeistert. BI

Nächste Aufführung des Konzertes am 15. Februar, 20.15 Uhr, im Theater am Saumarkt in Feldkirch.