Qualitätsvoller kultureller Exportschlager

Kultur / 09.03.2020 • 21:30 Uhr
Qualitätsvoller kultureller Exportschlager
Stefan Dünser, Martin Schelling, Martin Deuring und Goran Kovacevic als Die Schurken in “Paris! Paris!”. KÖHLER

Ensemble Die Schurken holt Kinder in renommierte Konzertsäle.

hamburg, lUzern, Bregenz Martin Deuring, Kontrabassist, Musikpädagoge und ein Mitglied des Ensembles Die Schurken, ist gerade wieder nach Bregenz zurückgekehrt und kann im Gespräch mit den VN berichten, dass das, was er mit Stefan Dünser (Trompete etc.), Martin Schelling (Klarinette) und Goran Kovacevic (Akkordeon) konzipiert hat, bestens funktioniert. Die Vorarlberger Künstler nehmen die Musikvermittlung so ernst, dass sie nur dann ein Projekt für fertiggestellt und aufführbar erachten, wenn ein sehr hohes Qualitätslevel erreicht ist, wenn es aus eigens arrangierten Musikstücken hervorragender Komponisten besteht, wenn es nach Möglichkeit auch eigene Schöpfungen enthält und das Thema bzw. der Inhalt komplex ist. „Paris! Paris!“ ist ein solches Stück, das unter anderem Werke von Satie, Bartók und auch Martinu enthält, vom Vorarlberger Komponisten Marcus Nigsch noch klangvoll abgerundet wurde und zuletzt sozusagen als Intro zu den Bregenzer Festspielen begeisterte.

Die turbulente musikalische Zeitreise erfordert selbst von den erwachsenen Zuschauern enorme Vorstellungskraft, kommt bei Kindern aber wohl auch deshalb so gut an, weil das kleine Publikum durch die spannenden Klänge und das lebendige Spiel, das die Schurken-Musiker seit jeher auszeichnet, in das Geschehen hineingezogen wird. Zuletzt wurde dies bei Auftritten in der Alten Oper in Frankfurt unter Beweis gestellt. Rund 450 Personen haben Platz in dem Saal, den Die Schurken zwei Mal füllten.

Demnächst in der Elbphilharmonie

Beim Festival in Luzern oder in der Philharmonie in Luxemburg sind Deuring, Dünser, Schelling und Kovacevic erneut zu Gast. In wenigen Tagen folgen Auftritte im Gare du Nord in Basel, wo die Besucher ein besonderes Ambiente empfängt, und im April spielen die Vorarlberger in der Elbphilharmonie in Hamburg. Bei Betrachtung des beeindruckenden Tourkalenders, der zugleich ein Erfolgsnachweis ist, fragt man sich natürlich, wann das Ensemble wieder in Vorarlberg zu erleben ist. Martin Deuring kann Vorfreude schüren: Im Mai sind Auftritte am Spielboden in Dornbirn angesetzt und im Juni im Pförtnerhaus in Feldkirch. Obwohl alle Schurken-Mitglieder auch noch unterrichten, ist das, was nach „Paris! Paris!“ oder „Satisfraktion“ kommt, bereits ein Thema. Man werde sich in Richtung Norden orientieren, verrät Deuring. Dabei dürfe man durchaus an Sibelius, Grieg und Co. denken, der Spaß wird bei allem Anspruch aber nicht zu kurz kommen. Kontakte zu zeitgenössischen Komponisten, die ihn garantieren, wurden bereits aufgenommen.