Monika Helfer erhält bedeutende Auszeichnung

Kultur / 23.04.2020 • 21:00 Uhr
Monika Helfer erhält bedeutende Auszeichnung
Monika Helfer bei der Lesung aus “Die Bagage” Anfang März dieses Jahres bei Russmedia in Schwarzach. VN/RP


Roman „Die Bagage“ der Vorarlberger Schriftstellerin ist auf den Bestsellerlisten. Verfilmung von „Oskar und Lilli“ ist erfolgt.

Solothurn, Schwarzach Normalerweise wäre Monika Helfer (72) jetzt viel unterwegs. Ihr neuer Roman „Die Bagage“ wurde von den Kritikern hochgelobt und ist bei den Leserinnen und Lesern begehrt. Die Geschichte von Maria und Josef, die am Rande eines Dorfes wohnen, in dem sich das Leben durch den Ersten Weltkrieg verändert, sowie die Geschichte von ihrem Kind Grete, mit dem die Mutter der Schriftstellerin gemeint ist, obwohl vieles in ihrer Erzählung dem Fiktiven zuzuordnen ist, hat mit ihrer Schönheit und mit der Kraft, mit der sie berührt, überzeugt und steht ganz oben auf den maßgeblichen Bestsellerlisten im deutschsprachigen Raum. „Ich freue mich, dass das Buch so gut ankommt, habe jetzt aber keine andere Möglichkeit, als mich mit der Situation abzufinden und alles weitere auf mich zukommen zu lassen“, sagt Monika Helfer. Sie lebt in Hohenems, geplante Lesereisen sind aufgrund der Covid19-Pandemie abgesagt, beim Verlag hat man sich verzweifelt gezeigt, denn das Interesse am Buch liegt weit über den Prognosen.

Solothurner Literaturpreis

Gerade wurde ihr der Solothurner Literaturpreis zuerkannt. „Helfers Figuren zeichnen ein um keine Konvention bekümmertes Selbstbewusstsein aus“, heißt es in der Juryerklärung. Der mit 15.000 Schweizer Franken dotierte Preis wird normalerweise im Rahmen der Solothurner Literaturtage verliehen. Doch was ist schon normal in diesen Monaten? Das Festival wird heuer lediglich online zu erleben sein, wobei das Programm Ende April bekannt gegeben wird. Zu den vorherigen Preisträgern zählen Peter Stamm, Peter Bichsel, Thomas Hürlimann und Juli Zeh. Der Solothurner Literaturpreis heißt etwas.

Lesungen mit Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Schriftstellern und Publikum wird es hoffentlich im Herbst wieder geben und man darf darauf gespannt sein, inwieweit vom Roman „Die Bagage“ rund um die Frankfurter Buchmesse die Rede sein wird, egal ob diese heuer stattfinden kann oder nicht.

“Ein toller Regisseur”

Ein weiterer Event ist vorläufig auch in der Warteschleife, einer der ersten großen Romanerfolge von Monika Helfer, nämlich das 1994 erschienene Buch „Oskar und Lilli“, das auch für ein Hörspiel adaptiert wurde, ist in den letzten zwei Jahren verfilmt worden. Es ist die Geschichte zweier Kinder, die sich unter schwierigen Verhältnissen, untergebracht in verschiedenen Pflegefamilien, durchschlagen. Unter dem Titel „Ein bisschen bleiben wir noch“ wurde das Werk von Arash T. Riahi heuer beim Max Ophüls Festival mit einem Publikumspreis ausgezeichnet. „Ich habe einige Ausschnitte gesehen, es ist ein sehr schöner Film von einem tollen Regisseur“, ist Monika Helfer beeindruckt und einverstanden mit der etwas anderen Perspektive bzw. Rahmenhandlung, die Arash T. Riahi, der auch das Drehbuch verfasst hat, wählt. Die Filmpremiere hätte im April dieses Jahres stattfinden sollen. Ein möglicher Termin steht noch nicht fest, aber man darf wohl davon ausgehen, dass dieser Film sein Publikum findet.