Der Spiderman der Festspiele hat es geschafft

Kultur / 08.08.2020 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Spiderman der Festspiele hat es geschafft
„Don Quichotte“ von Massenet, inszeniert bei den Bregenzer Festspielen von Mariame Clément, wurde ebenso augezeichnet wie Gábor Bretz. Die Produktion kommt von Bregenz nach Darmstadt.  STIPLOVSEK

Bregenzer Festspiele räumen erneut und nicht nur beim Österreichischen Musiktheaterpreis ab.

Bregenz, innsbruck, Graz Spiderman darf weitersingen, war schon im Vorjahr im Hinblick auf ein Bühnenkostüm zu titeln, nun steht fest, dass die Oper “Don Quichotte” von Jules Massenet in der Inszenierung von Mariame Clément nicht nur mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet wurde, die Produktion der Bregenzer Festspiele kommt im Staatstheater in Darmstadt auf den Spielplan. Die ungemein vielschichtige Umsetzung, in der eine Figur der Weltliteratur, nämlich Don Quijote von Miguel de Cervantes, mit Mitteln unterschiedlicher Ästhetik fokussiert wird, erreicht damit noch mehr Publikum. Auch die Sängerbesetzung fand Würdigung, Gábor Bretz wurde mit dem Preis für die beste männliche Hauptrolle bedacht.

Karl Markovics wurde im Vorjahr für die Regie bei „Das Jagdgewehr“ in Bregenz ausgezeichnet.  <span class="copyright">VN/RP</span>
Karl Markovics wurde im Vorjahr für die Regie bei „Das Jagdgewehr“ in Bregenz ausgezeichnet.  VN/RP

Neben Nominierungen und Auszeichnungen im Rahmen des Opera Awards hat sich somit die Liste preisgekrönter Produktionen der Bregenzer Festspiele verlängert. Im Vorjahr konnte Karl Markovics mit der Inszenierung der Uraufführung von “Das Jagdgewehr” von Thomas Larcher punkten. Das Werk stieß international auf viel Anerkennung. André Schuen, der in einer der Hauptpartien aufhorchen ließ, ist mittlerweile Gast der Schubertiade. Bei den Salzburger Festspielen steht er gerade in der gefeierten Kurzfassung der Oper “Cosi fan tutte” auf der Bühne.

Oper "Liliom" von Johanna Doderer am Tiroler Landestheater. <span class="copyright">Larl</span>
Oper "Liliom" von Johanna Doderer am Tiroler Landestheater. Larl

Ein Blick auf die weiteren neuen Träger des Österreichischen Musiktheaterpreises ist aus der Perspektive der Bundesländer höchst interessant. Ausgezeichnet wurde auch die Produktion der Oper “Liliom” am Tiroler Landestheater. Dabei handelt es sich um ein Werk der Vorarlberger Komponistin Johanna Doderer, Johannes Reitmeier hat die Österreich-Premiere des in München uraufgeführten Musikdramas inszeniert. Die Jury überzeugt hat auch die Produktion “König Roger” von Karol Szymanowski an der Oper Graz. Zwei der Solisten wurden nun mit Preisen bedacht.  Festspielbesucher erinnern sich: Das Werk wurde vor Jahren von David Pountney in Bregenz inszeniert und tauchte in dieser Zeit überhaupt erstmals wieder auf den Spielplänen der Opernhäuser auf. Beate Vollack war für die Choreografie verantwortlich, sie entwickelte auch für Graz mit viel psychologischem Gespür den tänzerischen Zugang. Dort hat Elisabeth Stöppler heuer kurz vor dem Lockdown “Don Giovanni” inszeniert, sie setzt nun in Bregenz die Uraufführung von “Impresario Dotcom” von Lubica Cekovská um.

Nach den coronabedingt abgesagten Bregenzer Festsielen beginnen am 15. August die Bregenzer Festtage mit der Uraufführung der Oper “Impresario Dotcom”.

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