Der Ausgangspunkt ist die klassische Malerei

Kultur / 12.03.2021 • 20:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Arbeit der Vorarlberger Künstlerin Sarah Bechter.allerart
Arbeit der Vorarlberger Künstlerin Sarah Bechter.allerart

Ausstellung mit
Arbeiten von Sarah Bechter und Ioannis Malegiannakis in der Galerie allerArt.

Bludenz Präsentiert werden in der neuen Ausstellung des Vereins allerArt in der Remise Werke von zwei Künstlern, nämlich Sarah Bechter und Ioannis Malegiannakis. Kurator Manfred Egender erklärte zur Wahl: „Wir haben jedes Jahr im Ausstellungszyklus einen fixen Programmpunkt mit jungen Künstlern. In der aktuellen Ausstellung wird sowohl eine weibliche und männliche künstlerische Zugangsweise aufgezeigt. Zudem spiegeln sich in den jeweiligen Arbeitsorten der Künstler, Berlin und Wien, unterschiedliche künstlerische Arbeitssituationen.“ Sowohl Sarah Bechter als auch Ioannis Malegiannakis sind zwei Vertreter der klassischen Malerei, wozu allerArt-Obmann Wolfgang Maurer bemerkt: „Die ausgestellten Gemälde zeigen eines deutlich: Auch in der modernen Malerei ist handwerkliche Meisterschaft kein Nachteil.“ „Der künstlerisch-thematische Nucleus der Ausstellung definiert sich um die atmosphärische Präsenz der Dingwelt und der unterschiedlichen Umgebungen im malerischen Bildraum“, so Egender.

Gegenseitiges Ausloten

„Hier trifft die Atmosphäre von Ioannis Malegiannakis‘ Gemälde auf das Ambiente meiner Arbeit. In dieser tritt die Malerei, zugleich Gemälde, selbstreflektives Motiv und Eigenreferenz, als aktives Gegenüber auf. Sie zeigt sich selbst, verweist auf ihre Materialität, ihren Körper und reagiert. Im besten Fall räumt die gemeinsame Präsentation die Möglichkeit eines gegenseitigen Auslotens der differenzierten Ambiente zueinander ein“, so Sarah Bechter. Die in Andelsbuch geborene 32-jährige Künstlerin studierte bei Johanna Kandl, Gerhard Müller und Henning Bohl an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, wo sie zur Zeit lebt. Von ihren entleerten architektonischen Sujets wechselte die Künstlerin in ein malerisch delikates Klima der Selbstreferenz im Sinne differenzierter Selbstuntersuchung, gar Icherklärung. In den aktuellen Arbeiten Bechters zeigen sich Schnittstellen zwischen privat und öffentlich. Perspektivisch, oft irritierende Vergrößerungen von objekthaften Details generieren öfters zur abstrakten Poesie.

Ioannis Malegiannikis studierte an Kunstuniversitäten in Athen, Berlin und zuletzt in Dresden bei Christian Macketanz. „Betrachtet man die ausgestellten Bilder, so entwickeln sie nach kurzer Zeit einen Sog, der an die Filme von David Lynch erinnert: Das Mysteriöse ‚kriecht‘ aus den dunklen Farbflächen und macht dem Betrachter deutlich, dass es unter der rationalen Oberfläche noch etwas anderes gibt“, erläutert Maurer. Auch Egender betont das Mystische in den Bildern von Ioannis Malegiannikis: „Seine geheimnisvolle Malerei entführt uns in einen Kosmos mit atmosphärischer Sendungskraft. Ein raffiniertes Changieren zwischen Auftauchen und Verschwinden formt sich zum potenziellen räumlichen Artefakt. Malegiannakis schwärmt von der Ekstase der Dinge, die sich im Raum zersetzen und verwandeln. Diese Wahrnehmung hat zwei Seiten, nämlich die Umgebung, die Stimmungsqualität ausstrahlt und die eigene Befindlichkeit.“ BI

Sarah Bechter, Manfred Egender (Kurator) und Ioannis Malegiannakis. bi
Sarah Bechter, Manfred Egender (Kurator) und Ioannis Malegiannakis. bi

Die Ausstellung ist in der Galerie allerArt in der Remise Bludenz bis 17. April, jeweils Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 15 bis 19.30 Uhr geöffnet.

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