Harter Stoff, knackig verpackt

Kultur / 13.08.2021 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Szene aus "Roberto".
Szene aus "Roberto".

Bei der Alpinale laufen Streifen, die soziale und intime Themen auf die Leinwand bringen.

Bludenz Sie dauern nur wenige Minuten, haben es aber in sich. Die Kurzfilme, die bisher bei der Alpinale über die Leinwand flimmerten, überzeugten mit durchdachten Erzählstrategien und tiefgründigen Botschaften. Der Schwerpunkt der internationalen Filmemacher liegt heuer auf zwischenmenschlichen Beziehungen und persönlichen Schicksalen. In der Kategorie „Animation“ lief die spanische Produktion „Roberto“, die Schönheitsideale in den Mittelpunkt stellte. Die Filmfreude bekamen einen Einblick in die Gefühlswelt einer jungen Frau, die sich für ihren Körper schämt und ihrem Angebeteten aus dem Weg geht. Als gesellschaftskritisch und hochaktuell erwies sich der koreanische Streifen „God’s Daughter Dances“. Eine Transgendertänzerin erhält einen Anruf des Militärs samt Einladung zur Musterung. In 25 Minuten erlebten die Cineasten, wie es ist, tagtäglich um Akzeptanz zu kämpfen. Viel Mitgefühl löste die Filmemacherin Moly Kane aus. Sie widmete ihren Beitrag einer jungen Frau in Afrika, die heiratet und ihre Vergangenheit hinter sich lässt. Für fassungslose Momente sorgte die Animation „La Bestia“, welche das Thema Flucht ins Scheinwerferlicht rückte. Auf dem Dach eines Güterzuges versuchen ein junges Mädchen und ein mexikanischer Schmuggler in die USA zu gelangen.

Vorarlberg-Bezug

Abwechslungsreich und anspruchsvoll sind auch die Beiträge mit Vorarlberg-Bezug in der Kategorie v-shorts. Philipp Herburger aus Fußach führt hinter die Kulissen der Gymnaestrada und erstellte ein Musikvideo zum Thema Medienberichterstattung. Spannungsgeladene Minuten wurden durch den mongolischen Streifen „Mountain Cat“ ausgelöst, der von der Sulzerin Madlen Sieghartsleitner geschnitten wurde. Die Handlung dreht sich um eine besorgte Mutter, die ihre kranke Tochter zu einem Schamanen bringt. Viel Freude ins Gesicht zauberte die Animation „Kleiner Stern“ der Dornbirner Intermedia-Absolventin Le Chun Ye. Sie erzählte eine liebenswürdige Geschichte rund um die bekannte Kinderfigur Teddy Eddy. Das Duo Adam Graf und Tobias Kerber verfilmte den Kleinkrieg eines Mannes mit seiner Haushälterin. Lena Vogler befasste sich mit der Frage, wie man nach einem Trauma wieder zurück ins Leben finden kann. „Ignite“ von Christoph Rohner nahm die Besucher mit in den Wald und überzeugte mit fantastischen Stimmungsbildern. Nik Pichler und Falco Luneau befassten sich im Rahmen eines Projekts an der MMS Thüringen mit Kindersoldaten und verwandelten ihre Aufarbeitung in einen bemerkenswerten Streifen. Zusätzlich steuerten sie ein Video bei, das einen Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten eröffnet. Die jungen Filmemacher Timur Bas und Luca Fasching begleiteten den zweifachen Snowboardweltcupsieger Alessandro Hämmerle für einige Tage.

Damit auch die jungen Cineasten nicht zu kurz kommen, werden am Freitagnachmittag ab 15 Uhr Streifen für Kinder gezeigt. Die Bandbreite reicht von witzigen Tierfilmen, unterhaltsamen Abenteuern bis hin zu lehrreichen Werken über das Ökosystem und die Natur.

Horrorstimmung

Am Abend folgt das internationale Programm mit Kurzfilmen aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Spanien. Die Besucher werden mit anspruchsvollen Geschichten unterhalten. Die Filmemacher bringen emotionale Auswirkungen einer Scheidung, Traumata und der Flucht aus Albanien auf die Leinwand. Unheimliche Szenen, die einem kalt den Rücken runterlaufen, werden ab 23.30 Uhr gezeigt. Sechs internationale Regisseure konfrontieren die Cineasten mit dunklen Geheimnissen, rassistischen Auseinandersetzungen und unheimlichen Begegnungen.

Szene aus „God’s Daughter Dances“.
Szene aus „God’s Daughter Dances“.
Der mongolische Streifen „Mountain Cat“ wurde von der Sulzerin Madlen Sieghartsleitner geschnitten. <span class="copyright">alpinale</span>
Der mongolische Streifen „Mountain Cat“ wurde von der Sulzerin Madlen Sieghartsleitner geschnitten. alpinale

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