Klimawandel, Künstlerporträts und Altmeister

Kultur / 09.09.2021 • 16:00 Uhr
Der Skulpturengarten vor dem Würth Haus. <span class="copyright">Thomas Staub</span>
Der Skulpturengarten vor dem Würth Haus. Thomas Staub

Das Würth Haus in Rorschach zeigt verschiedene Aspekte der internationalen Kunstszene.

Rorschach Zeitgenössische Kunst, Porträtaufnahmen namhafter Künstler oder ein Foto-Kunstprojekt, das den Klimawandel in den Fokus rückt. Diese drei Ausstellungen können derzeit kostenlos im Würth Haus in Rorschach bewundert werden. Im Skulpturengarten befinden sich zurzeit Werke von Niki de Saint Phalle, Horst Antes und Henry Moore. 

Die Hauptausstellung „Lust auf mehr – Neues aus der Sammlung Würth zur Kunst nach 1960“ mit Fokus auf die zeitgenössische Kunst umfasst Werke von berühmten Kunstschaffende wie John Baldessari, Georg Baselitz, Alex Katz, Gerhard Richter und Daniel Buren. Auch die Wienerin Maria Lassnig ist vertreten, insgesamt können rund 45 Werke von 29 Künstlern bestaunt werden. Ausgestellt sind auch wichtige US-amerikanische Künstler wie Frank Stella und David Salle, deren Einfluss aus den USA nach Europa strömte. Gezeigt werden vor allem wegweisende Werke aus den 1980er- und 1990er-Jahren bis hin zu aktuellen, zeitgenössischen Meisterwerken. 

Werke von David Salle, einem Schüler von John Baldessari, dazwischen eine Skulptur von Barry Flanagan.  <span class="copyright">Ueli Steingruber</span>
Werke von David Salle, einem Schüler von John Baldessari, dazwischen eine Skulptur von Barry Flanagan.  Ueli Steingruber

Die Künstlerporträts mit dem Namen „art faces“ aus der Sammlung zeigt Altmeister wie Pablo Picasso, Henri Matisse und Georges Braques. Zusammengetragen wurde die Kollektion von dem Schweizer Ehepaar François und Jacqueline Meyer. Meyer hat vor allem in New York in den 1970er-Jahren Zugang zu Künstlerateliers erlangt. Seine Fotos sind überlegte Kompositionen. Oft verbrachte er mehrere Tage mit den Künstlern, wollte die Beziehung der Künstler mit ihrem Werk verbildlichen. Später fing er an, Porträts von anderen Fotografen zu sammeln. Die Auswahlkriterien waren nicht der Bekanntheitsgrad der Künstler, sondern die Emotionen, die ein Bild in ihm auslöste. „Art Faces“ bietet eine Möglichkeit zur Annäherung, da ein Werk und sein Schöpfer oft isoliert betrachtet werden. Das Besondere an der Ausstellung „Lust auf mehr“ sowie „art faces“ ist, dass sowohl einige der abgebildeten Künstler als auch ihre Werke im Forum Würth betrachtet werden können. Es finden sich unter anderem Porträts und Werke von Sam Francis, Frank Stella, David Salle, Georg Baselitz und Alex Katz. Auch Niki de Saint Phalle gehört zu den fotografierten Persönlichkeiten.  

Die dritte Ausstellung ist ein weltweites Foto-Kunstprojekt. „Tropic Ice_Dialog between Places Affected by Climate Change” veranschaulicht, wie der Klimawandel uns alle betrifft. Die Hamburgerin Barbara Dombrowski reiste dafür auf fünf Kontinente und besuchte indigene Völker mit gegensätzlichen Klimazonen. In Form von Installationen bringt sie die Aufnahmen in einen Zusammenhang, um zu zeigen, wie alles verbunden ist. Dombrowski widmet sich dem Projekt seit über zehn Jahren, reiste in die Wüste Gobi, den Amazonas-Regenwald oder zu dem Volk der Massai in Tansania. „Tropic Ice“ wird international ausgestellt, beispielsweise in Ostgrönland auf einem Eisberg. MEH

Forum Würth Rorschach, Churerstrasse 10, Öffnungszeiten: April bis September: täglich, 10 bis 18 Uhr, Oktober bis März: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr