Böhmen trifft Afrika

Kultur / 21.09.2022 • 17:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jazzmusikerin Thembelihle Dunjana hat für die „Pforte“ das Auftragswerk
Jazzmusikerin Thembelihle Dunjana hat für die „Pforte“ das Auftragswerk “Ngenxa Yakho” (auf Deutsch „Wegen dir“) komponiert.Pforte Feldkirch

Mit „Werfen und Fangen – ein reines Vergnügen“ startet die Pforte in die Herbstsaison.

Feldkirch Es fliegen die musikalischen Bälle zwischen Musikern aus Europa und Südafrika hin und her. Auf dem Programm stehen unter anderem das Streichsextett von Antonín Dvořák sowie eine Uraufführung der renommierten südafrikanischen Jazzkomponistin Thembelihle Dunjana. Klaus Christa, künstlerischer Leiter der Pforte, pflegt seit vielen Jahren eine musikalische Freundschaft mit dem Mangaung String Programme, einem Förderprogramm für Kinder und Jugendliche in den Townships von Bloemfontain (Südafrika) und Umgebung. „Wir wollen ein Setting schaffen, in dem wir nicht mit einem kolonialistischen Auge nach Afrika blicken, sondern uns gegenseitig an den Schönheiten und mitunter auch Fremdheiten des jeweils anderen Musikuniversums erfreuen.“

Bereit für die Welt

Thembelihle Dunjana ist eine überaus talentierte Jazzmusikerin, Pianistin und Sängerin aus Kapstadt. Sie wurde von einem der renommiertesten Jazzmusiker Europas, dem Vorarlberger David Helbock, entdeckt und gilt als eines der herausragenden Talente Südafrikas. Thembelihle hat bereits eine beeindruckende Doppel-CD mit Eigenkompositionen veröffentlicht, mit der sie sich würdig in die Tradition von Abudllah Ibrahim, einem der Protagonisten des Modern-Creative-Stils in der Jazzmusik, eingereiht hat. In ihrer bislang noch jungen Karriere ist sie bereits auf dem Grahamstown Festival, dem Cape Town Fringe Festival, dem Olso Jazz Festival und dem Cape Town Jazz Festival mit der Delft Big Band sowie an vielen anderen Orten von Kapstadt aufgetreten. Sie ist bereit, „ihre Musik mit dem Rest des Landes und der Welt zu teilen“, wie sie selbst sagt.

Wegen dir

„Wir alle brauchen einander in dieser Welt, um zu überleben, um am Leben teilnehmen zu können und auf gute Ideen und Lieder zu kommen“, meint Dunjana über ihr neuestes Stück „Ngenxa Yakho“, das die „Pforte“ bei ihr in Auftrag gegeben hat. Geiger Niklas Walentin, Bratschist Klaus Christa und Mathias Johansen am Violoncello spielen mit den südafrikanischen Musikern Hloni Mokoena, Violine, Zuko Samela an der Viola und Siyolise Nyondo, Kontrabass – allesamt Mitglieder des Bochabela String Orchestra. Thembelihle selbst übernimmt die Gesangspartie und begleitet das Stück am Klavier. Das Werk ist tief in der südafrikanischen Musik verwurzelt und drückt die Sehnsucht nach Heimat aus – ebenso wie Dvořáks Streich­sextett op. 48, das als musikalisches Gegenstück des Abends fungiert. 1878 entstanden, eröffnete es die „böhmische Periode“ in der Kammermusik des Komponisten – in ebenso mitreißender wie hochromantischer Manier. Dvořák hatte sich 1875 dem Stilideal von Johannes Brahms zugewandt, der sich fortan als eifriger Förderer und enger Freund des Komponisten vielfach bewähren sollte und in dessen Inspiration von da an die tschechische Volksmusik für seine späteren Werke eine bedeutsame Rolle spielen sollte. VN-AMA

Termine

Pforte um 7 Do., 22. September, 19 Uhr, Festsaal der Stella Privathochschule; Pforte um 8 Fr., 23. September, 20 Uhr, Festsaal der Stella Privathochschule; Pforte im Frauenmuseum Sa., 24. September, 17 Uhr Frauenmuseum Hittisau