HK Gruber feiert runden Geburtstag

Kultur / 02.01.2023 • 20:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der weltbekannte Dirigent und Komponist HK Gruber feiert seinen 80. Geburtstag. vn/Steurer
Der weltbekannte Dirigent und Komponist HK Gruber feiert seinen 80. Geburtstag. vn/Steurer

Der bedeutende Komponist war oft Gast bei den Bregenzer Festspielen.

Wien Geboren am 3. Jänner 1943 in Wien als Heinz Karl Gruber, studierte der Musiker nach einer Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben an der Wiener Musikhochschule die Fächer Horn, Kontrabass, Elektronische Musik, Filmmusik und Komposition. Bereits in den 1960er Jahren machte er sich einen Namen als Dirigent, etwa beim Ensemble „die reihe“, dessen künstlerischer Leiter er 1984 wurde. 1986 gründete HK Gruber gemeinsam mit Kurt Schwertsik und Otto M. Zykan das Ensemble MOB Art & Tone Art. Mit „Frankenstein!!“ nach Texten von H.C. Artmann komponierte HK Gruber eines der populärsten Werke zeitgenössischer Musik, das weltweit aufgeführt wurde. Zahlreiche Konzerte und CD-Aufnahmen – mit dem Sänger Max Raabe und dem Palast Orchester ebenso wie mit dem Ensemble Modern – zeugen von der künstlerischen Vielseitigkeit HK Grubers.

HK Gruber ist musikalisch höchst vielseitig unterwegs. Musik ist tatsächlich sein Leben. „Ich wollte ja schon von Kindheit an Komponist und Dirigent werden. Und schrittweise hat sich das alles erfüllt. Ab dem Moment, wo ich Mitglied der Sängerknaben war, habe ich mich als Berufsmusiker verstanden.“ Dass seine Musik als eingängig gilt, stört ihn nicht: „Wir haben ein Idiom in der Musik, das ist so alt wie die Menschheit selbst: die Tonalität. Wenn man mit diesem Idiom intelligent umgeht, kann man eigentlich alle Publikumsschichten ansprechen.“ Dass sie manchen als zu eingängig gilt, ärgert ihn dagegen: „Mir wird ja gerne so ein Etikett umgehängt: Der Nali ist der Clown in der Neuen Musik. Aber ich finde, ich bin der ernsteste Mensch, dem ich je begegnet bin.“ Seine Musik ist stets offen für Einflüsse anderer Genres wie Pop oder Kabarettsongs, stilistische Motive aus früheren Epochen oder von Komponisten wie Igor Strawinsky oder Kurt Weill.

Bregenzer Festspiele

Nachdem er zuvor schon mehrfach bei den Bregenzer Festspielen zu erleben war, kam es am 23. Juli 2014 zu einer Uraufführung. Auf der Premierenfeier seiner Oper „der herr nordwind“ hatte ihn Regisseur Michael Sturminger mit der Frage konfrontiert, ob er aus dem berühmten Horvath-Stück „Geschichten aus dem Wiener Wald“ nicht eine Oper machen wolle: „Nie im Leben, das rühre ich nicht an. Das kann ich nur kaputt machen“, sei seine erste Reaktion gewesen.Doch als ihn im Jahr darauf der damalige Intendant David Pountney um eine Buffo-Oper für die Bregenzer Festspiele bat, ließ er sich überzeugen.

„Es ist ja kein typisch wienerisches Stück, denn die Menschen, die Horvath beschreibt, könnten einem genauso gut in Brooklyn oder in Sydney begegnen. Aber Horvath hat das Wiener Milieu gewählt, und so muss man die sich anbietenden Klischees nutzen, sonst geht man am Stück vorbei. In den Regieanweisungen wünscht er sich als Bühnenmusik oft eine bestimmte Musik – den Donauwalzer, einige Heurigenlieder …“, erzählte der Komponist.

HK Gruber dirigierte die Uraufführung der Oper im Festspielhaus selbst, freute sich sehr über die positive Aufnahme und dankte den Wiener Symphonikern mit einem Kniefall. vn-ama

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