Radikal in Richtung Unendlichkeit

Kultur / 25.01.2023 • 18:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Alexander Stark vor seiner Rauminstalltion in der Bregenzer Maurachgasse. Sarah Mistura (2)
Alexander Stark vor seiner Rauminstalltion in der Bregenzer Maurachgasse. Sarah Mistura (2)

Schwindelerregende Rauminstallation von Alexander Stark im Kollektiv-Raum.

Bregenz Wenn ein Mensch auf Erden mehr Streifen gesehen hat als der selige Adi Dassler, dann kann das nur der aus Vorarlberg stammende und derzeit im Heimatland wirkende Künstler Alexander Stark (Jahrgang 1986) sein. Seine Spuren sind an vielen Orten anzutreffen, denn sein Revier ist eigentlich der offene Raum, den er mit Interventionen aufzuwerten weiß.

Illusion

Dass er es aber auch versteht, den geschlossenen Raum mustergültig zu bespielen, beweist Stark derzeit im Bregenzer Kollektiv-Raum, in welchem er nichts Geringeres als die Unendlichkeit auslotet. Der Begriff „unendlich“, so auch der Titel der Rauminstallation, beschreibt theoretisch einen Vorgang ohne Ende beziehungsweise Schluss, aber möglicherweise mit Anfang oder Beginn. Um diesem komplexen Anspruch möglichst nahe zu kommen, hat Stark die perfekte Illusion geschaffen.

Bewegung

Dafür hat der Künstler die Möglichkeiten des Raums radikal ausgereizt, diesen bis ins letzte Eck mit geschwungenen Linien ausgemalt und eine passende Lichtkomposition erstellt. Dem konträr ist das Schaufenster mit geraden Linien beklebt, was beim Vorbeigehen zu positiv schwindelerregenden optischen Effekten führen kann. Das funktioniert sowohl von innen wie von außen, oder wie es der Künstler selbst ausdrückt: „Erst die Bewegung zeigt uns die Veränderung, um zu erkennen, was wahrhaftig ist.“

Performance

Wer sich vor Ort ein Bild machen möchte, dem sei ein Besuch im Kollektiv-Raum ans Herz gelegt. Dafür eignet sich zum Beispiel der morgige Freitag, 27. Jänner. Dann findet inmitten der Rauminstallation eine Musik-Performance statt, so richtig mit Anfang und Ende und im Idealfall mit schönen Erinnerungen bis in die Unendlichkeit.

Die Installation ist noch bis zum 10. Februar in der Maurachgasse 1 zu bestaunen. Ein Streifzug, der sich lohnt. VN-HF

Der Blick von innen nach außen.
Der Blick von innen nach außen.

Nähere Informationen und das weitere Programm unter https://kollektiv-raum.org

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