Ausdruck großer Unabhängigkeit und Freiheit

Kultur / 10.10.2023 • 15:00 Uhr
Der Komponist und Dirigent Gerd Kühr erhält heuer den Großen Österreichischen Staatspreis.<span class="copyright">APA/BMKOES/WALTER KOBER</span>
Der Komponist und Dirigent Gerd Kühr erhält heuer den Großen Österreichischen Staatspreis.APA/BMKOES/WALTER KOBER

Komponist Gerd Kühr erhält den Großen Österreichischen Staatspreis.

Wien Der 1952 in Kärnten geborene Komponist und Dirigent Gerd Kühr erhält den Großen Österreichischen Staatspreis. “Gerd Kühr ist eine konstante und immer spannende Stimme der österreichischen zeitgenössischen Musik. Sein Oeuvre ist geprägt von einer offenen, stets individuellen Klangsprache. Dabei setzt er sich immer wieder aufs Neue mit den Gestaltungsmöglichkeiten der Musik auseinander, er experimentiert und erforscht neue Klangwelten. Zahlreiche hochkarätige Auftragswerke und seine facettenreiche Zusammenarbeit mit renommierten Ensembles und Orchestern belegen Gerd Kührs überragende Bedeutung für die zeitgenössische Musik in Österreich”, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: "Zahlreiche hochkarätige Auftragswerke und seine facettenreiche Zusammenarbeit mit renommierten Ensembles und Orchestern belegen Gerd Kührs überragende Bedeutung für die zeitgenössische Musik in Österreich."  <span class="copyright">Roland Paulitsch</span>
Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: "Zahlreiche hochkarätige Auftragswerke und seine facettenreiche Zusammenarbeit mit renommierten Ensembles und Orchestern belegen Gerd Kührs überragende Bedeutung für die zeitgenössische Musik in Österreich." Roland Paulitsch

Der Kunstsenat begründete seine Wahl wie folgt: “Seine Werke offenbaren stets eine Persönlichkeit, die in ihrer großen Sensibilität und Offenheit eine Bindung an Tradition zum Ausdruck bringt, ohne je traditionalistisch zu werden, ist sein Blick doch auch immer auf neues Terrain, wenig begangene Pfade gerichtet. Mit seinem exzellenten kompositorischen Handwerk eines ausführenden Musikers sind seine Werke auch Ausdruck einer großen Unabhängigkeit und Freiheit.”

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Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchste Auszeichnung der Republik für ein künstlerisch herausragendes Lebenswerk und ist mit 30.000 Euro dotiert. Der Preis wird jährlich ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur, Musik, Bildende Kunst und Architektur vergeben. Der aus 21 Mitgliedern bestehende Österreichische Kunstsenat nominiert jährlich eine Künstlerpersönlichkeit aus diesen Bereichen. In der Sparte Musik wurde der Preis zuletzt 2019 dem Komponisten und Pianisten Thomas Larcher zuerkannt, 2006 erhielt der Vorarlberger Georg Friedrich Haas den Staatspreis verliehen.

Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchstrangige Auszeichnung, die von der Republik Österreich einem Künstler für hervorragende Leistungen verliehen wird.  <span class="copyright">APA/BMKOES/WALTER KOBER</span>
Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchstrangige Auszeichnung, die von der Republik Österreich einem Künstler für hervorragende Leistungen verliehen wird. APA/BMKOES/WALTER KOBER

Gerd Kühr gelang der internationale Durchbruch 1988 mit der Uraufführung der Oper “Stallerhof”, nach einem Libretto von Franz Xaver Kroetz, bei der ersten Münchener Biennale. Weitere Inszenierungen fanden in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Als Dirigent und Komponist hatte Kühr zahlreiche Auftritte bei Konzerten und Opernaufführungen u.a. in Österreich, Italien, Deutschland, Russland und Guatemala sowie Rundfunkproduktionen u.a. in Wien, Köln, München, London, Paris, Rom, Moskau und Hongkong. Kühr schreibt auch Auftragswerke für Orchester, Ensembles, Kammermusik und Chor, eines davon wurde im Jahr 2008 bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt.