Melissa Naschenweng: “Karma wird früher oder später alles richten”

Kultur / 05.05.2025 • 14:13 Uhr
Melissa Naschenweng: "Karma wird früher oder später alles richten"
Melissa Naschenweng und ihre Band machen im Montforthaus Feldkirch halt. apa

“Alpenbarbie” gastiert mit ihrer Band im Montforthaus in Feldkirch. Im VN-Interview spricht sie über ihre Liebe zur Musik, das neue Album und ihren Umgang mit Kritik.

Feldkirch Melissa Naschenweng (34) hat sich mit Lederhosen, Harmonika und jeder Menge Power an die Spitze der Charts gespielt. Die mit Gold, Platin und dem Amadeus Award ausgezeichnete Sängerin begeistert mit Lederhosen-Rock, Partyhits und gefühlvollen Balladen. Am 30. Mai macht sie Halt im Montforthaus in Feldkirch. Im VN-Interview spricht die Kärntnerin über ihren Erfolg, die Heimat, ihre Kritiker und das neue Album “Alpenbarbie”.

Du zählst zu den angesagtesten Stars der Schlagerszene. Wie gehst du mit Ruhm um?

Ich bin da irgendwie hineingewachsen. Es war ein sehr langer Weg – das wissen viele gar nicht. Oft werde ich als Senkrechtstarterin bezeichnet, aber das stimmt nicht. Ich habe mich schon mit 20 bewusst dafür entschieden, Musik zu machen, und mich gemeinsam mit meinem Papa ganz langsam nach oben gearbeitet. Ich glaube, die Leute spüren, dass ich trotzdem immer eine von ihnen geblieben bin – und genau das soll auch so bleiben. Sie begegnen mir auf Augenhöhe, was ich sehr schön finde. Natürlich gibt es auch Momente, in denen Kinder zu weinen beginnen, weil sie sich so freuen – das berührt mich sehr. Ich weiß ja selbst, wie es ist, Fan zu sein. Ich war ein riesengroßer Hermann-Maier-Fan – da sind bei mir auch viele Tränen geflossen. Ich bin einfach dankbar, dass ich heute so viele Konzerte mit meiner Band spielen darf. Corona hat vieles verändert, aber ich habe zum Glück die Chance, wieder auf der Bühne zu stehen – und das ist für mich das Schönste überhaupt.

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Wolltest du immer schon Sängerin werden oder hattest du einen anderen Berufswunsch?

Ich wollte eigentlich Friseurin werden. Nach der Matura habe ich mir dann kurz eingebildet, Juristin zu werden, also habe ich ein Jus-Studium begonnen und zwei Jahre lang fleißig studiert. Aber mein Herz hat immer lauter für die Musik geschlagen. Eigentlich wollte ich das nie beruflich machen, weil ich gesehen habe, dass mein Papa am Wochenende nie zu Hause war – es ist kein besonders familienfreundlicher Job. Aber die Liebe zur Musik war einfach zu groß. Heute ist sie mein Leben – und das hätte ich mir früher wirklich nie gedacht.

War es immer schon die Schlagermusik, für die dein Herz geschlagen hat?

Nein, am Anfang war es eher Austropop. Natürlich auch Volksmusik – mein Papa ist ja bis heute leidenschaftlicher Volksmusiker. Ich selbst habe mit sechs Jahren angefangen, Steirische Harmonika zu spielen und bei Maibaumfesten und Kirchtagen aufgespielt. Irgendwann habe ich dann begonnen, eigene Lieder zu schreiben. Am Ende ist daraus das entstanden, was ich heute “Lederhosen-Rock” nenne. Ich glaube, das beschreibt meinen Stil ganz gut.

Melissa Naschenweng: "Karma wird früher oder später alles richten"
Die “Alpenbarbie” holte in diesem Jahr ihren siebten Amadeus Award. apa

Wenn man im Rampenlicht steht, muss man auch mit Kritik umgehen können. Wie gelingt dir das?

Es ist schon viel besser geworden. Ich habe gemerkt, dass es immer Schlagzeilen geben wird, egal was man macht. Man hat es irgendwie nicht selbst in der Hand, wie die Menschen da draußen über einen urteilen. Am Anfang habe ich das schon noch gelesen – da war zwar viel Lob dabei, aber natürlich auch einige Kritiker. Die Kunst ist, seine Energie auf die guten Menschen zu richten und sich von den schlechten nicht unterkriegen zu lassen. Ich sage immer: Menschen, die so etwas machen, sind meistens mit ihrem eigenen Leben nicht zufrieden und suchen sich halt irgendwas, das sie zerfetzen können. Ich glaube an Karma – und ich denke, Karma wird früher oder später alles richten.

Du bist auch auf Social Media sehr aktiv. Wie wichtig ist dir das als Künstlerin?

Ich glaube, das gehört dazu in der heutigen Zeit. Instagram und Facebook sind schon ein bisschen ein Hobby von mir und ich mache das seit dem ersten Follower selber. Das ist etwas, was man sich selber aufgebaut hat, das freut mich.

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Dein neues Album nennt sich “Alpenbarbie”. Was hat dich zu diesem Begriff inspiriert?

In Deutschland habe ich einmal eine Schlagzeile bekommen, die eigentlich nicht besonders positiv gemeint war. Darin stand nur der Begriff “Alpenbarbie” – und ich dachte mir: Wie cool ist das eigentlich? Gerade durch den Kinofilm hat Barbie ja ein ganz neues Image bekommen. Sie steht heute für Selbstbewusstsein und Freiheit. Ich wünsche mir generell mehr Toleranz. Ich ziehe an, was mir gefällt – schließlich ist es mein Leben. Und genau dazu möchte ich auch andere ermutigen: Seid stolz auf euch und steht zu dem, was euch ausmacht

Worüber singst du am liebsten?

Am liebsten schreibe ich über die Heimat, über die Bergbauernbuam und alles, was dazugehört. Der gesunde Bergbauernschmäh ist mir schon wichtig. Aber auf der anderen Seite gibt es auch tiefgründige Songs. Eine gute Mischung ist mir einfach wichtig. Auf dem neuen Album habe ich zum Beispiel das Lied ‚Himmelvota‘, das ich für meine Großeltern geschrieben habe. Und jetzt bin ich schon wieder dabei, neue Lieder für das nächste Album zu schreiben.

Am 30. Mai spielst du ein Konzert im Montforthaus in Feldkirch. Was darf man sich erwarten?

Ich freue mich, endlich wieder in Vorarlberg auftreten zu dürfen. Es wird eine Mischung aus “Alpenbarbie”-Songs und ältere Lieder, die man kennt – Von “I steh auf Bergbauernbuam” und “Kompliment” bis hin zu “Traktorführerschein”, der einen Amadeus Award gewonnen hat, worüber ich mich sehr gefreut habe. Es wird eine absolute Party.

Melissa Naschenweng: 30. Mai, 20 Uhr, Montforthaus Feldkirch. Tickets unter oeticket.com oder laendleticket.com