Zuversicht in schwierigen Zeiten

Kultur / 13.02.2026 • 15:02 Uhr
Mirjam_Zadoff(c)NS-Dokumentationszentrum München_Foto_Connolly Weber.jpg
Mirjam Zadoff ist die Direktorin des NS-Dokumentationszentrum München.Connolly Weber

Mirjam Zadoff zu Gast im Live-Podcast des Literaturhauses Vorarlberg

Hohenems Kriege rücken näher, politische Gewissheiten geraten ins Wanken, in vielen Ländern gewinnen rechte Kräfte an Einfluss und die Rechte von Minderheiten stehen erneut zur Disposition. Die Gegenwart wirkt fragil, nervös, aufgeladen. Wie lässt sich in einem solchen Klima Zuversicht bewahren, ohne die Realität zu beschönigen? Wie kann Hoffnung mehr sein als ein bloßer Wunsch?

Diesen Fragen widmet sich die Historikerin Mirjam Zadoff in ihrem neuen Buch „Wie wir überwintern. Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten“. Am 19. Februar ist sie um 19 Uhr im Rahmen des Live-Podcasts „Radetzkystraße 1 Live“ im Literaturhaus Vorarlberg zu Gast. Im Gespräch mit der Leiterin des Hauses, Frauke Kühn, geht es um Strategien des Durchhaltens, um Mut als bewusste Entscheidung und um die Kraft solidarischen Handelns.

Mirjam Zadoff, geboren 1974 in Innsbruck, ist eine österreichische Historikerin und seit 2018 Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München. Sie studierte Geschichte und Judaistik in Wien und war Mitglied der Historikerkommission der Republik Österreich zur Aufarbeitung des NS-Vermögensentzugs. 2006 promovierte sie an der LMU München mit einer vielfach ausgezeichneten Arbeit über jüdische Kulturen der Moderne. Ihre Habilitation „Der rote Hiob“ wurde international prämiert. Von 2014 bis 2019 lehrte sie als Professorin für Geschichte und Jüdische Studien an der Indiana University Bloomington. Zadoff ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien sowie Beiräten engagiert.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Im Literaturhaus wird sie darüber sprechen, wie sich private Verwundbarkeit und gesellschaftliche Erschütterung zueinander verhalten, wie Empathie und Gesprächsbereitschaft jenseits digitaler Echokammern entstehen können und warum gerade in unsicheren Zeiten ungewöhnliche Allianzen notwendig sind. Ihr Zugang ist historisch fundiert, politisch reflektiert und zugleich persönlich.

Eine besondere Note erhält der Abend durch die musikalische Gestaltung: Nicht nur das Gespräch, sondern auch der Intro- und Outro-Jingle des Podcasts werden live aufgeführt. Die von Marcus Nigsch komponierten Stücke erklingen im alten Esszimmer des Literaturhauses, interpretiert von einem Streichquartett. Ein Abend zwischen Denken und Klang, zwischen Analyse und Hoffnung.