Grenzen ziehen, Menschlichkeit verlieren?

Sabine Lorenz und Amin Asgari gestalten einen poetischen Abend über Würde, Freiheit und Nähe.
Bregenz Am Dienstag, 25. Februar, ist um 19:30 Uhr im Theater Kosmos die Musik- und Lesungsperformance „Jenseits der Grenze“ zu erleben, ein eindringlicher Abend, der Text und Musik zu einer Reflexion über Trennlinien, Feindbilder und Menschlichkeit verbindet.
Der persische Gitarrist Amin Asgari aus Feldkirch und die deutsche Schauspielerin und Sprecherin Sabine Lorenz aus Lindau widmen sich in ihrer gemeinsamen Performance den sichtbaren und unsichtbaren Grenzen unserer Welt. Ausgangspunkt ist ein dialogischer Text über Freundschaft, Zuschreibung und die Mechanismen, mit denen aus Unterschieden Gegnerschaften konstruiert werden.
„Da vorne ist die Grenze“, sagen sie, „und die da drüben sind unsere Feinde.“
„Warum?“, frage ich.
„Weil sie anders sind“, sagen sie.
„Aber da drüben wohnt doch mein Freund“, sage ich, „er ist nicht mein Feind!“
„Jetzt schon!“
Mit dieser zugespitzten Szene hinterfragen Lorenz und Asgari die scheinbare Logik politischer und mentaler Grenzziehungen. Die Performance reflektiert, wie Linien auf Landkarten entstehen und wie sie Denken, Sprache und Empfinden prägen. Gleichzeitig macht sie deutlich: Schmerz, Hoffnung und Liebe lassen sich nicht einsperren. Jeder Mensch trägt dieselbe Sehnsucht nach Würde, Freiheit und Nähe in sich, ebenso die Erfahrung von Trauer, Wut und Ohnmacht in Zeiten von Krieg – unabhängig davon, auf welcher Seite einer Grenze er lebt.

Die Textkomposition stammt von Monika Bauer und Sabine Lorenz. Lorenz, seit mehr als 25 Jahren als Schauspielerin, Sprecherin, Regisseurin und Autorin im deutschsprachigen Raum tätig, wurde bereits während ihres Studiums in München mit dem Lore-Bronner-Preis ausgezeichnet. Ihr künstlerisches Spektrum reicht von großen klassischen Rollen wie Medea, Nora oder Maria Stuart bis hin zu Hörspielen und Dokumentationen. Ihre besondere Leidenschaft gilt der Kraft des gesprochenen Wortes und seiner klanglichen Wirkung.
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Amin Asgari, der seit seinem zehnten Lebensjahr Gitarre spielt, verbindet klassische Tradition mit zeitgenössischen Impulsen. Der Preisträger internationaler Wettbewerbe studiert derzeit an der Stella Musikhochschule in Feldkirch und unterrichtet an der Musikschule Dornbirn. Konzertauftritte führten ihn von Iran bis nach Österreich, Deutschland, Liechtenstein und in die Schweiz.
„Jenseits der Grenze“ dauert rund 80 Minuten. Lorenz und Asgari standen bereits 2024 bei den Monforter Zwischentönen gemeinsam auf der Bühne.