Schlaue Schafe auf Abwegen

Kultur / 18.02.2026 • 11:24 Uhr
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Die Proben für die Premiere in Luxemburg laufen derzeit in Dornbirn auf Hochtouren.Andreas Marte

Das Sonus Brass Ensemble präsentiert seine neue internationale Musiktheaterproduktion.

Dornbirn Nach jahrelanger Vorarbeit sorgt das Sonus Brass Ensemble mit einem beherzten „Mäh!“ für Aufsehen im internationalen Musiktheaterbetrieb. Mit „Mähtropolis – Eine verrückte Schafgeschichte“ präsentiert das Vorarlberger Ensemble nach einer Idee von Stefan Dünser eine ebenso witzige wie kluge Produktion für junges Publikum und Familien. Das Stück kommt ohne Worte aus und erzählt doch alles. Das inszenierte Konzert wird in der Philharmonie Luxemburg, in der Tonhalle Zürich, im Festspielhaus Bregenz sowie im Wiener Konzerthaus aufgeführt und in den kommenden Jahren durch Europa touren.

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Zoltan Holb (Horn), Attila Krako (Trompete), Harald Schele (Tuba), Stefan Dünser (Trompete) und Jan Ströhle (Posaune).Andreas Marte

Die Premiere findet am 26. Februar in der Philharmonie Luxemburg statt, wo das Ensemble im Anschluss acht Vorstellungen gibt. Im Mai folgt die Tonhalle Zürich. Am 10. Juni feiert „Mähtropolis“ im Rahmen der Bregenzer Festspiele im Festspielhaus Bregenz Premiere mit sechs weiteren Konzerten. Im Oktober gastiert die Produktion schließlich im Wiener Konzerthaus mit vier Aufführungen. In Dornbirn wird bereits intensiv geprobt: Regisseur Markus Kupferblum, Bühnenbildnerin Nina Ball und Choreografin Pascale Chevroton arbeiten mit den fünf Musikern an einer Produktion, die Musik, Pantomime und Bewegung zu einem fantasievollen und hintergründigen Erlebnis verbindet.

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Andreas Marte

Im Mittelpunkt stehen die drei Schafe Fred, Albert und John. Hoch oben auf einer schottischen Farm führen sie ein eintöniges Dasein zwischen Stall und Weide. Sie fressen Gras, sind folgsam und lassen sich vom Hütehund Craig überwachen – Tag für Tag. Auch der meist schlafende oder betrunkene Bauer Ptolemeius ist nicht gerade eine Inspiration für ein erfülltes Leben. Also fassen die drei Wollträger einen Entschluss: Sie wollen ausbüxen und das pulsierende Leben in der Stadt entdecken. Doch was sie dort erwartet, übertrifft selbst ihre kühnsten Vorstellungen.

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Andreas Marte

„Mähtropolis“ erzählt diese Geschichte ohne gesprochenes Wort. Ausdruck, Musik und Bewegung übernehmen die Führung. Das Sonus Brass Ensemble – Stefan Dünser und Attila Krako (Trompeten), Zoltan Holb (Horn), Jan Ströhle (Posaune) sowie Harald Schele (Tuba) – schlüpft dabei sowohl in musikalische als auch in schauspielerische Rollen. Die Musiker agieren pantomimisch und erzeugen mit ihren Instrumenten Klanglandschaften, die von klassischer Musik bis zu Jazz-Elementen reichen. Das musikalische Material ist vielseitig: Werke von Claude Debussy, Dmitri Schostakowitsch, Joseph Horowitz und Dmitri Kabalewski treffen auf Kompositionen von Herbert Pixner und John Cheetham sowie auf zahlreiche improvisierte Sounds. Diese Mischung schafft eine dichte, abwechslungsreiche Atmosphäre, die Humor und Spannung gleichermaßen trägt. Die Musik wird zur Erzählerin, zum Motor der Handlung und zum emotionalen Kompass. Ein musikalischer Höhepunkt ist ein Medley berühmter Filmmusiken.

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Andreas Marte

Der international für seine direkte, klare Handschrift bekannte Regisseur Markus Kupferblum ist Absolvent der Clownschule von Jacques Lecoq in Paris und bringt seine Erfahrung im Musiktheater ein. Bereits 2004 arbeitete er mit Sonus Brass bei dem Format „Die Blecharbeiter“ zusammen, das europaweit über 400 Aufführungen verzeichnen konnte. Auch dieses Mal setzt er auf präzise Körperarbeit und feinen Humor. Nina Ball, die über internationale Erfahrung von Wien bis Hamburg verfügt, ist für Bühne und Ausstattung verantwortlich. Pascale Chevroton sorgt für choreografische Dynamik. Neben der unterhaltsamen Geschichte stehen zentrale Fragen im Raum: Was bedeutet Freiheit? Wann lohnt es sich, Regeln zu hinterfragen? Sind Zäune Schutz oder Herausforderung? „Mähtropolis” regt junge Zuschauerinnen und Zuschauer dazu an, über Hierarchien, Mut und Eigenständigkeit nachzudenken. Lehrkräfte erhalten im Vorfeld umfangreiches Begleitmaterial, das die Themen im Unterricht vertieft und zur aktiven Auseinandersetzung anregt.

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So wird aus einer verrückten Schafgeschichte ein kluges Musiktheatererlebnis voller Witz, Energie und der leisen Botschaft, dass selbst Schafe manchmal den Mut brauchen, über den Zaun hinauszublicken.