Timothée Chalamet hinterlässt Spur der Verwüstung

“Marty Supreme”: Chalamet hat viele Bälle in der Luft.
NEW YORK Josh Safdies rasantes Drama „Marty Supreme“ entführt ins New York der 1950er-Jahre und zeichnet das Porträt eines jungen Mannes, der hoch hinauswill und dabei eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Timothée Chalamet, bereits mit dem Golden Globe als bester Komödienhauptdarsteller ausgezeichnet, verkörpert Marty Mauser mit einer Mischung aus Arroganz, Charme und Rücksichtslosigkeit. Mehrere Jahre bereitete er sich intensiv auf die Rolle vor, trainierte an der Tischtennisplatte und verleiht seinem ehrgeizigen Antihelden eine fiebrige Energie, die den Film trägt. Neun Oscar-Nominierungen unterstreichen die internationale Resonanz.
Marty arbeitet im Schuhgeschäft seines Onkels, denkt jedoch nicht daran, dort Karriere zu machen. Sein Ziel ist klar: Er will der beste Tischtennisspieler der Welt werden. Während viele den Sport als belangloses Pingpong abtun, spart er für Turnierreisen und lebt von der Überzeugung, dass sich Erfolg und Geld schon einstellen werden. Privat verstrickt er sich in eine Affäre mit Rachel, eindringlich gespielt von Odessa A’zion, die unglücklich verheiratet ist. Als sie ungewollt schwanger wird und sein Onkel ihm die finanzielle Unterstützung verweigert, gerät Martys ohnehin wackeliges Lebensgebäude ins Schwanken.
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Die Lage spitzt sich zu, als er im Finale auf einen japanischen Gegner mit neuartigem Spielstil trifft, einem wohlhabenden Unternehmer Versprechungen macht, dessen ehrgeizige Ehefrau umgarnt und sich zudem mit einem Kriminellen einlässt, der ihm seinen Hund anvertraut. Marty jongliert mit Chancen, Lügen und Risiken zugleich. Kleine Triumphe ziehen neue Probleme nach sich, Freunde und Geliebte geraten in Mitleidenschaft, und doch übt er eine eigentümliche Anziehungskraft aus.
Safdie bleibt seinem Hang zu nervösem Erzähltempo und moralischer Unberechenbarkeit treu. „Marty Supreme“, lose inspiriert vom Tischtennisspieler Marty Reisman, verbindet Sportfilm, Milieustudie und Kriminaldrama zu einem unterhaltsamen, zweieinhalbstündigen Kraftakt über kleine Bälle und große Träume.