Widerstand, Wandel, Zusammenhalt

Frauen*monat März anläßlich des Internationalen Frauentags im Frauenmuseum Hittisau.
Hittisau Seit mehr als hundert Jahren steht der März im Zeichen der Frauenrechte. Was einst als politischer Kampftag begann, ist heute ein weltweites Symbol für Gleichstellung, Selbstbestimmung und Solidarität. Auch im Bregenzerwald wird dieses Zeichen gesetzt: Das Frauenmuseum Hittisau lädt 2026 erneut zu einem engagierten und vielseitigen Frauen*monat rund um den Internationalen Frauentag am 8. März. Die Gleichstellung der Geschlechter gerät international zunehmend unter Druck. Antifeministische Bewegungen gewinnen an Einfluss, hart erkämpfte Rechte werden infrage gestellt oder zurückgenommen, Gewalt gegen Frauen* nimmt zu. Auch in Österreich ist die Realität ernüchternd: Der Gender Pay Gap liegt bundesweit bei 12,8 Prozent, im wirtschaftlich starken Vorarlberg sogar bei über 20 Prozent. Jede dritte Frau ist im Laufe ihres Lebens von körperlicher oder sexualisierter Gewalt betroffen, Care-Arbeit bleibt strukturell unterbewertet und oft unsichtbar.

Gleichzeitig wächst der Widerstand. Frauen* engagieren sich weltweit in Parlamenten, Initiativen, Kunstprojekten und Alltagskämpfen. Sie knüpfen an das Vermächtnis jener an, die für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden eingetreten sind und gesellschaftliche Veränderungen angestoßen haben. Ihnen ist der Frauen*monat im Frauenmuseum Hittisau gewidmet. Zentraler Ausgangspunkt ist die aktuelle Ausstellung „FRIEDEN TUN. Über Gerechtigkeit, Demokratie und Geschlecht“. Sie versteht Frieden nicht als bloße Abwesenheit von Krieg, sondern als aktiven gesellschaftlichen Prozess. Die Ausstellung macht deutlich, wie eng Frieden mit Geschlechterverhältnissen, sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Mitgestaltung verknüpft ist. Im Fokus stehen die oft überhörten Beiträge von Frauen* in Friedensprozessen, die Bedeutung von Care-Arbeit als friedensstiftende Praxis sowie eine kritische Auseinandersetzung mit patriarchalen Gewaltstrukturen in Politik, Alltag und Sprache.

Der Frauen*monat wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Am 4. März findet unter dem Titel „Frauen tun Frieden“ ein Vernetzungs- und Dialogabend zur feministischen Friedensarbeit statt, mit Impulsen von Rosa Logar und Luisa Dietrich von WILPF Austria. Am 7. März wird im Spielboden Dornbirn der Dokumentarfilm „Wise Women“ gezeigt, der fünf Hebammen in unterschiedlichen Weltregionen porträtiert.

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, bietet das Museum freien Eintritt für alle Frauen* sowie eine kostenlose Führung durch die Ausstellung. Am 9. März beteiligt sich das Frauenmuseum am internationalen Frauen*generalstreik und bleibt geschlossen. Den Abschluss bildet am 13. März eine Spoken-Word-Performance mit Mieze Medusa und Yasmo im Gemeinschaftshaus der Schulen Hittisau. Seit mehr als hundert Jahren steht der Internationale Frauentag für den Kampf um Gleichberechtigung, politische Teilhabe und faire Lebensbedingungen für Frauen. Was Anfang des 20. Jahrhunderts mit Protesten für das Wahlrecht und bessere Arbeitsbedingungen begann, ist heute ein globaler Aktionstag für Gleichstellung und Selbstbestimmung.

In vielen Ländern gehen Frauen am 8. März auf die Straße, organisieren Demonstrationen, Diskussionsveranstaltungen und kulturelle Initiativen. Sie machen auf strukturelle Benachteiligungen aufmerksam – von ungleicher Bezahlung über mangelnde Repräsentation in Führungspositionen bis hin zu Gewalt und Diskriminierung im Alltag. Der Tag ist dabei nicht nur ein Symbol für historische Errungenschaften, sondern auch ein Spiegel aktueller Herausforderungen. Auch in Österreich bleibt viel zu tun. Der Gender Pay Gap, ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und anhaltende Gewalt gegen Frauen zeigen, dass rechtliche Gleichstellung nicht automatisch soziale Gerechtigkeit bedeutet. Der 8. März erinnert daran, dass Fortschritte stets verteidigt und weiterentwickelt werden müssen.