Von Prokofjew über Martinů bis Haydn

Kultur / 04.03.2026 • 11:07 Uhr
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Azim Karimov gehört zum Dirigententeam der Bayerischen Staatsoper.Emil Matveev

Azim Karimov übernimmt Dirigat beim 5. Abo-Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg.

Feldkirch Beim 5. Abo-Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg am 7. März in Feldkirch und am 8. März in Bregenz übernimmt Azim Karimov anstelle des erkrankten Chefdirigenten Leo McFall die musikalische Leitung. Der gebürtige Este studierte Oboe und Dirigieren in Moskau. Er war unter anderem an der Opéra National de Lyon und beim Festival d’Aix-en-Provence tätig und gehört seit der Saison 2022/23 zum Dirigententeam der Bayerischen Staatsoper.

Auf dem Programm stehen Werke von Prokofjew, Martinů und von Einem. Den Auftakt bildet Sergej Prokofjews Sinfonie Nr. 1 „Classique“. Mit diesem Werk griff der Komponist bewusst auf Joseph Haydn zurück. Prokofjew stellte sich vor, wie Haydn im 20. Jahrhundert komponieren würde: traditionsbewusst und doch offen für neue Klangfarben. Das 1918 vollendete, viersätzige Werk verbindet klassische Form mit rhythmischer Frische.

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Darauf folgt Joseph Haydns Symphonie Nr. 96, die sogenannte „Wunder-Symphonie“. Ihren Beinamen verdankt sie einem Vorfall bei einer Londoner Aufführung: Während des Konzerts stürzte ein Kronleuchter von der Decke. Das Publikum jedoch hatte sich zuvor neugierig nach vorne zum Podium gedrängt, im hinteren Teil des Saales saß niemand mehr, sodass der Zwischenfall glimpflich ausging. Zwar ereignete sich das Missgeschick nicht bei der Uraufführung, doch der legendäre Titel blieb der Symphonie bis heute erhalten.

Mit Gottfried von Einems „Wandlungen“ op. 21 erklingt schliesslich eine Hommage an Mozart. Das 1956 im Rahmen der Donaueschinger Musiktage entstandene Werk bezieht sich auf Papagenos Arie „Ein Mädchen oder Weibchen“ aus der „Zauberflöte“.

Solist des Abends ist der Oboist Andrey Godik. Der 1989 in Moskau geborene Musiker zählt zu den führenden Vertretern seines Instruments. Seit 2022 ist er Solo-Oboist der Münchner Philharmoniker. Er interpretiert das Oboenkonzert von Bohuslav Martinů, das 1956 bei den Olympischen Spielen in Melbourne uraufgeführt wurde und die Weite und Naturverbundenheit seines Komponisten widerspiegelt.