Mythologien des Alltags

Kultur / 05.03.2026 • 13:47 Uhr
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Die Ausstellung „Everyday Mythologies” findet vom 7. März bis 19. April 2026 statt.Susanna Hofer/Bildrecht

Neue Ausstellung von Susanna Hofer im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg.

Schwarzenberg Die vom 7. März bis 19. April 2026 im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg zu sehende Ausstellung „Everyday Mythologies” richtet den Blick auf eine Künstlerin, die das scheinbar Nebensächliche mit geduldiger Präzision betrachtet und daraus Bildräume von überraschender Intensität formt. Die Eröffnung findet am 7. März von 14 bis 17 Uhr statt.

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Susanna Hofers “Plastic Flowers last 4ever V”. Susanna Hofer/Bildrecht

Im Zentrum von Susanna Hofers fotografischer Arbeit stehen das Stillleben und das Installative, zwei künstlerische Verfahren, die sie miteinander verschränkt und in die Gegenwart überführt. Hofer sammelt Dinge: Fundstücke aus der alltäglichen Dingwelt, Objekte aus der Natur sowie Fragmente mit Gebrauchsspuren und Geschichte. Mit der ästhetischen Strenge der Produkt- und Werbefotografie arrangiert sie diese Versatzstücke zu sorgfältig komponierten Bildern. In ihrer Klarheit erinnern diese sowohl an die barocke Stilllebenmalerei als auch an die poetische Irritation der Objets trouvés des Surrealismus oder die Collagen der Dada-Bewegung. Doch es geht ihr nicht um bloße Formstudien. Sie interessiert sich für das, was den Dingen eingeschrieben ist: ihre symbolischen Aufladungen, ihre kulturellen, sozialen oder individuellen Bedeutungen. Herausgelöst aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang, neu gruppiert und in ungewohnte Nachbarschaften versetzt, gewinnen die Dinge eine andere Wirkkraft. Sie beginnen zu erzählen. In Schwarzenberg greift Hofer unter anderem auf Kuriositäten aus den Sammlungen des Museums zurück. Diese historischen Objekte und ihre Geschichten verwebt sie mit mythologischen Motiven aus dem Werk Angelika Kauffmanns sowie mit persönlichen Assoziationen zu visuell-narrativen Tableaus. So entstehen Bildkompositionen, die von der Schönheit des Gewöhnlichen, von Liebesdingen und Vergänglichkeit sprechen – und davon, wie eng Mythos und Alltag miteinander verwoben sind.

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Functional until the Muses touch.Susanna Hofer/Bildrecht

Die Ausstellung ist Teil der Reihe „salon angelika”, mit der das Angelika Kauffmann Museum seit 2022 jeweils im Frühjahr zeitgenössische Positionen präsentiert. Ziel dieser Initiative ist es, das Museum als Ort eines lebendigen Dialogs zwischen historischer und aktueller Kunst weiterzuentwickeln. Der Salon versteht sich dabei als bewusste Referenz an das Leben und Wirken Angelika Kauffmanns, die zu den bekanntesten Salonièren des 18. Jahrhunderts zählte und der das Museum seinen Namen verdankt. Das Angelika Kauffmann Museum ist in einem rund 450 Jahre alten, denkmalgeschützten Bregenzerwälderhaus beheimatet und der einzige Ausstellungsort dieser Art in der Region. Es ist nach wie vor eines der wenigen Museen weltweit, das einer Frau gewidmet ist. Die Ausstellung von Susanna Hofer wird vom Förderverein „Freunde Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg” getragen und von Thomas Hirtenfelder kuratiert.

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Plastic Flowers last 4ever III.Susanna Hofer/Bildrecht

Susanna Hofer, 1985 in Voitsberg geboren, lebt und arbeitet in Wien und in Pack in der Steiermark. Sie studierte Literaturwissenschaft sowie Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien und Kunst und Kommunikative Praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihre Arbeiten erscheinen regelmäßig in renommierten Magazinen wie dem SZ-Magazin, dem ZEIT Magazin, Das Magazin oder DUMMY. Ausstellungen führten sie zuletzt unter anderem nach Bodø, Graz, Bad Ischl, Wien, Belgrad, Arles und New York. 2025 erhielt sie das Staatsstipendium für Fotografie.

Mythologien des Alltags
Das Angelika Kauffmann Museum ist in einem rund 450 Jahre alten, denkmalgeschützten Bregenzerwälderhaus beheimatet.© HIRSCHBUEHL.fotografie

Mit Everyday Mythologies tritt sie nun in Schwarzenberg in einen Dialog mit der Geschichte des Hauses und zeigt, wie aus beiläufigen Dingen Bilder werden können, die lange nachwirken