Klangvolle Mittagstunde mit jungen Musikern

Kultur / 24.03.2026 • 14:21 Uhr
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Im Montforthaus Feldkirch ließen Studierende der Stella Musikhochschule Bläserkammermusik lebendig werden.VN

Studierende der Stella überzeugten im Montforthaus Feldkirch mit feiner Kammermusik.

feldkirch Mit dem Mittagskonzert „Winds of Stella“ präsentierten Studierende der Stella Musikhochschule am Dienstag im Montforthaus Feldkirch ein ebenso kurzweiliges wie niveauvolles Programm, das die klangliche Vielfalt der Bläserkammermusik in schöner Deutlichkeit vor Ohren führte. In konzentrierter, zugleich heiterer Atmosphäre entfaltete sich ein musikalischer Bogen, der von Beethoven über Malcolm Arnold bis zu Joseph Joachim Raff reichte und dabei ganz unterschiedliche Facetten des Zusammenspiels, der Klangkultur und des kammermusikalischen Atems sichtbar machte.

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Zu Beginn stand Ludwig van Beethovens Trio C-Dur op. 87 für zwei Oboen und Englischhorn auf dem Programm, dessen erster und zweiter Satz bereits jene Mischung aus Eleganz, Ausgewogenheit und feinsinnigem Dialog offenbarte, die diese Partitur so reizvoll macht. Ema Zaric, Aida Hadzic und Annika Matula gestalteten das Werk mit großer Aufmerksamkeit füreinander und mit einem sehr homogenen Gesamtklang. Im Allegro gelang ihnen eine lebendige, klar konturierte Darstellung, bei der die Stimmen geschmeidig ineinandergriffen, ohne ihr jeweiliges Profil zu verlieren. Das Adagio wiederum wurde mit ruhigem Fluss und warmer Tongebung musiziert, wodurch sich ein besonders inniger, sanglicher Ausdruck entfalten konnte.

Stella Ventus

Mit Malcolm Arnolds Divertimento für Flöte, Oboe und Klarinette wechselte das Konzert in eine leichtere, spielerischere Klangwelt. Aida Hadzic, Jimin Lee und Sergio Tudela begegneten den beiden Sätzen mit Beweglichkeit, Charme und feinem Gespür für die stilistischen Eigenheiten dieses Werks. Das Maestoso erhielt die nötige Prägnanz und Haltung, ohne schwer zu wirken, während das Piacevole mit federnder Leichtigkeit und ansprechender Klangbalance überzeugte. Gerade in diesem Stück wurde deutlich, wie selbstverständlich sich individuelle Qualität in den Dienst des Ensembles stellte.

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Den Abschluss bildete der erste Satz aus Joseph Joachim Raffs Sinfonietta für zehn Blasinstrumente, interpretiert von Stella Ventus. Hier öffnete sich der Raum zu einem klanglich reicheren, farblich breiter angelegten Ensemblebild, das von allen Mitwirkenden mit bemerkenswerter Geschlossenheit getragen wurde. Sofiia Rzaieva und Jimin Lee an den Flöten, Quentin Föhr und Julia Baum an den Oboen, Angela Scullion und Sergio Tudela Sanchez an den Klarinetten, Lena Marxer und Julia Gallez an den Fagotten sowie Maria Senoner und Ludwig Feneberg an den Hörnern ließen Raffs Musik mit Schwung, Präzision und erfreulicher Transparenz lebendig werden. Trotz der größeren Besetzung blieb das Klangbild differenziert, die Einsätze wirkten sicher, und auch in den dichteren Passagen blieb die musikalische Linie gut nachvollziehbar.

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So wurde „Winds of Stella“ zu einem rundum gelungenen Mittagskonzert, das nicht nur das hohe Ausbildungsniveau an der Stella Musikhochschule unterstrich, sondern auch die Freude an der Bläserkammermusik unmittelbar spürbar machte. Das Publikum durfte ein erfrischendes, klug zusammengestelltes und mit sichtbarer Hingabe gestaltetes Konzert erleben.