Alle Neun: Eine lange Nacht der Begegnung

Kultur / 27.03.2026 • 13:46 Uhr
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Elf Ensembles und Solisten aus neun Musikuniversitäten und -hochschulen spielten Werke aus den unterschiedlichsten Genres.Victor Marin

Die österreichischen Musikuniversitäten zu Gast bei der Stella Vorarlberg Privathochschule.

Feldkirch Einmal im Jahr laden Österreichs neun Musikuniversitäten und -hochschulen gemeinsam zu einer langen Nacht ein. Unter dem Motto „Alle Neun“ zeigten sie, was an ihren Institutionen heranwächst und wie unterschiedlich die Wege sind, die zu professioneller Musikausübung führen können. Moderatorin Eva Teiml führte mit Interviews mit den Rektoren sowie Programmvorstellungen durch den Abend.

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Julia Dietrich präsentierte ihre Transkription des ersten Satzes aus Beethovens Sonate pathétique.Victor Marin

Den Beginn machte die gastgebende Stella selbst: Das Bläserensemble Stella Ventus spielte den ersten Satz aus Joseph Joachim Raffs Sinfonietta für zehn Blasinstrumente, ein Werk, das die zehn Mitwirkenden mit Spielfreude und Transparenz gestalteten. Harfenistin Julia Dietrich präsentierte anschließend ihre eigene Transkription des ersten Satzes aus Beethovens Sonate pathétique, ein Wagnis, das zeigte, wie eigenwillig und schlüssig das Instrument auch außerhalb seines angestammten Repertoires klingen kann.

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Victor Marin

Die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – brachte gleich zwei Programmpunkte mit. Harfenistin Julia Dietrich präsentierte ihre eigene Transkription des ersten Satzes aus Beethovens Sonate pathétique, ein Wagnis, das zeigte, wie eigenwillig und schlüssig das Instrument auch außerhalb seines angestammten Repertoires klingen kann. Der Kontrabassist Siheon Ryu, begleitet von der Pianistin Wakana Katsumoto, spielte anschließend das feurige Finale aus Giovanni Bottesinis fis-moll-Konzert, einem Werk, das alle Register des Instruments ausreizt.

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„Aus Linz reiste die Anton Bruckner Privatuniversität mit dem Gitarrenduo Fretboard Fusion an. Oliver Jungbauer und Mark Leighton verbinden klassische Gitarrentechnik mit Pop und Jazz: Leightons Eigenkomposition „Rio by dusk“ und das Arrangement von „How Deep Is Your Love“ der Bee Gees demonstrierten, wie weit der Begriff des Crossovers gefasst sein kann, wenn er so wunderbar gehandhabt wird wie hier. Weiter ging es mit der Pianistin Anna Leyerer von der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Sie spielte aus Peter Ablingers Zyklus Voices and Piano, in dem Sprachaufnahmen bekannter Persönlichkeiten computergestützt in Klaviernotation übertragen und simultan mit dem Originalaudio aufgeführt werden, hier mit Stimmen von Pina Bausch und Hanna Schygulla.

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Nach der Pause präsentierte das JAM Music Lab Wien Medienmusik aus vier verschiedenen Feder: Faszinierende und spannende Kompositionen, die für Film, Werbung oder Computerspiele geschrieben wurden und deren Entstehung teils an Wettbewerben des Red Bull Media House geknüpft war. Das Così Streichquartett der Gustav Mahler Privatuniversität Klagenfurt spielte Anton Weberns Langsamen Satz von 1905, ein frühes Werk, das die vier jungen Musiker mit Wärme und Gespür für die langen Linien gestalteten. Die Joseph Haydn Privathochschule Burgenland schickte zwei Violinistinnen mit Bartóks 44 Duos auf die Bühne: acht der 44 kurzen Sätze, die von ruthenischen Volksweisen bis zu arabischen Melodien reichen und deren Schlichtheit trügerisch ist.

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Das Ensemble Oida – benannt nach dem Wiener Wort für Alter, Kumpel und mehr – von der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien spielte Schottische Liedmelodien von James Oswald. Danach folgte ebenfalls von der MUK Still Currents mit Felix Niederstätters Jazzkomposition „Sisyphos“: eine nachdenkliche, in sich ruhende Arbeit für Klavier, Saxophon, Bass und Schlagzeug.

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Den Abschluss gestaltete das Mozarteum Salzburg mit dem Vokalensemble Sonance. Sie sangen Bruno Wiederins „Luag no net om“ in der Fassung von Alfred Dünser in erstaunlich gutem Vorarlberger Dialekt und ließen das Volkslied in neuem Klang erscheinen. Anders Edenroths „Dear Enemies“ setzte dem Abend zum Schluss eine international weitgereiste Note.

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Victor Marin