Barockmusik und zarte Emotionen

Kultur / 12.04.2026 • 11:04 Uhr
Christine Busch_Foto_Sven Cichowicz .jpg
Christine Busch ist als Solistin und Kammermusikerin sowohl mit der «modernen» als auch mit der «Barock-» Geige gleichermaßen erfolgreich.Sven Cichowicz

Musik in der Pforte lädt vom 16. bis 18. April zu einem besonderen Barockerlebnis ein.

Feldkirch In einer Welt, die oft laut und rastlos scheint, lädt die Konzertreihe Musik in der Pforte mit ihrem nächsten Programm bewusst zum Innehalten ein. Unter dem Titel „#Zartheit / Wo das Leise trägt” entführen renommierte Barock-Spezialistinnen und Spzezialisten am 16., 17. und 18. April in die emotionale Welt des Barock. Am Donnerstag und Freitag ins Pförtnerhaus Feldkirch und am Samstag ins Frauenmuseum Hittisau. Im Zentrum steht die „Musica Poetica”, eine Kunstform, die Töne wie Worte einsetzt, um tiefste menschliche Sehnsüchte greifbar zu machen.

Andrea BaurFoto_Privat.jpg
Andrea Cordula Baur spielt die Laute und die Theorbe.Privat

Wie lässt sich das Unaussprechliche in Musik fassen? Die Komponistinnen und Komponisten des Barock entwickelten hierfür die Affektenlehre. Sie verbindet musikalische Gestaltung mit emotionaler Rhetorik und macht Gefühle hörbar: von schmerzlicher Abwesenheit bis hin zu zärtlicher Erinnerung. Musik wird hier zur Sprache, jeder Ton zur bedeutungsvollen Geste. Christine Busch (Barockvioline), Anderson Fiorelli (Barockvioloncello), Veronika Braß (Cembalo) und Andrea Cordula Baur (Laute & Theorbe) bilden ein in der Alten Musik-Szene etabliertes Ensemble, das sich mit großer Leidenschaft dieser Klangrhetorik widmet.

Komponistinnen des Barock

Neben Meisterwerken von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Louis Couperin gilt zwei Komponistinnen des Barock besondere Aufmerksamkeit. Elisabeth Jacquet de La Guerre eröffnet in ihrer Sonate in d-Moll ein eindrucksvolles Panorama an Klangfarben und Emotionen und bewegt sich virtuos zwischen französischem und italienischem Stil.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Mit Francesca Caccini ist zudem eine der einflussreichsten Pionierinnen der Musikgeschichte vertreten: Sie war die erste Frau, die eine Oper schuf, und es gelang ihr auf eindrucksvolle Weise, tiefe menschliche Leidenschaft in filigrane, hochemotionale Melodien zu übersetzen. Beide Komponistinnen verleihen dem Programm eine besondere historische wie künstlerische Tiefe.

Petra Pellini_Foto_Nina Bröll.png
Die Vorarlberger Autorin Petra Pellini.Nina Bröll

Ergänzt werden die musikalische Abende am Donnerstag und Freitag durch einen „Impuls um halb” von Petra Pellini. Bekannt durch ihren Roman „Der Bademeister ohne Himmel”, spricht die Autorin über den Umgang mit Demenz und die essenzielle Bedeutung der leisen Töne und zarten Momente, wenn das gewohnte Leben zerbricht.