Von Elfen und dem Montafoner Dialekt – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende (und darüber hinaus) in Vorarlberg alles zu erleben gibt.
In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.
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„Verrückte Zeiten“ in der Welt und auf der Bühne in Latschau

Es sind verrückte Zeiten! Wer diesen kurz entkommen möchte, der kann im Theater in eine andere Welt eintauchen. Oder vielleicht doch nicht in eine ganz andere, denn auf der Theaterbühne wird dem Publikum der Spiegel vorgehalten, wie schon Shakespeares Hamlet feststellte.
Am Samstag, dem 11. April, kann das Publikum im Pfarrsaal der Latschauer Kirche ab 20 Uhr sehen, wie das Ehepaar Martin und Susanne mit den heutigen Alltagsproblemen umgeht. Zwischen Smartphone, Arbeitsstress und Lärm der Nachbarn wünscht sich der Bühnenheld die gute alte Zeit zurück, in der „alles besser“ war. Mit kleinen Tanzeinlagen, Choreografien und einem Bühnenumbau wird Martin ins Jahr 1900 zurückversetzt. Dort erfährt er, dass es früher auf jeden Fall anders war als heute: ohne Handy, aber auch ohne Zentralheizung.
Die Handlung der Zeitreisekomödie von Andreas Heck wurde von Thomas Caracristi ins Montafon versetzt und wird das erste Mal auf einer Theaterbühne gezeigt. Wer die Uraufführung am Samstag verpasst, kann das Stück noch an einem der folgenden Termine bis zum 10. Mai sehen.
Und keine Sorge: Das Dialektstück ist laut Theaterobmann Maik Essig auch für Nicht-Montafoner verständlich.
Offensiv denken

Freitagabend, Flutlicht und ein echtes Spitzenspiel: In der Sun Minimeal Arena kommt es zum Duell zwischen Austria Lustenau und Tabellenführer St. Pölten. Anpfiff ist um 20.30 Uhr und die Ausgangslage verspricht Hochspannung. Für die Grün Weißen geht es um nichts weniger als eine mögliche Vorentscheidung im Aufstiegskampf der 2. Liga.
Das Osterwochenende verlief für die Mannschaft von Trainer Markus Mader alles andere als nach Wunsch. Am Karfreitag reichte es gegen Admira Wacker nur zu einem 1:1 Unentschieden, am Ostermontag setzte es zudem eine 1:3 Niederlage gegen die Young Violets aus Wien. Dadurch verlor Lustenau die Tabellenführung und rutschte auf Rang zwei ab.
Umso größer ist nun die Bedeutung dieses direkten Duells. Mit einem Heimsieg kann Austria Lustenau wieder zum Spitzenreiter aufschließen. Gleichzeitig würde St. Pölten mit einem Sieg einen entscheidenden Schritt Richtung Aufstieg machen.
Die Voraussetzungen für einen intensiven Fußballabend sind gegeben.
Viel Druck auf beiden Seiten und zwei Teams, die offensiv denken. Wer hochklassigen Zweitliga Fußball mit echter Brisanz erleben will, sollte sich dieses Spiel nicht entgehen lassen.
Mit Reggae und Zauberei ins Wochenende

Die arme Dorothy: Ein Wirbelsturm reißt sie aus ihrem Zuhause und trägt sie in ein Land namens Oz. Dort trifft sie auf einen Zauberer, der ihr helfen soll, wieder nach Hause zu finden. Auf ihrem Weg begegnet sie wundersamen Gefährten – einem feigen Löwen, einer Vogelscheuche und einem Blechmann.
„Der Zauberer von Oz“ ist ein liebevoll inszeniertes Stück für Kinder und alle, die sich ihre Fantasie bewahrt haben. Umso schöner, dass es an diesem Wochenende in Götzis zu sehen ist. Der Spielkreis lädt zum Kindertheater – sowohl am Samstag als auch am Sonntag – in die Kulturbühne Ambach. Karten sind bereits rar. Wer diesmal leer ausgeht, hat allerdings in einer Woche noch einmal die Gelegenheit. Meine Tochter freut sich jedenfalls schon sehr darauf.
Apropos Vorfreude: Mögen Sie Reggae, gute Laune und mitreißende Konzerte? Dann führt am Freitagabend kein Weg an Hard vorbei. Die Band „Jamaram“ ist zu Gast. Falls Ihnen der Name nichts sagt, sind Sie damit sicher nicht allein. Ich kenne Sie auch nur von früher – und wusste bis zu dieser Ankündigung nicht, dass es die Band noch gibt. Ich erinnere mich aber an richtig starke Konzerte vor rund 20 Jahren. Und ein Blick auf aktuelle YouTube-Videos zeigt: Sie haben nichts verlernt. Peace.
Was wäre, wenn Musik mehr wollte?

Es gibt ja diese musikalischen Darbietungen, die klingen, als hätte jemand eine Excel-Tabelle vertont – geschniegelt, gefällig, komplett frei von Zumutung. Und dann gibt es MAIIJA. Marilies Jagsch, seit Jahren eine verlässliche Größe der Wiener Szene, hat sich unter diesem Namen nicht etwa „weiterentwickelt“, wie das PR-Sprech so larmoyant behauptet, sondern ihr eigenes Schaffen einmal kräftig gegen die Wand gefahren, um aus den Trümmern etwas Interessanteres zu bauen. Gemeinsam mit Produzent Peter Paul Aufreiter und Band (Jay Choma, Gernot Scheithauer) entstehen Songs, die sich angenehm weigern, bloß Hintergrund zu sein. Elektronik knistert, Melodien stolpern mit Absicht, und über allem liegt eine Stimme, die lieber Fragen stellt, als Antworten zu simulieren. Das neue Album „WHAT IF“ (2026) kreist um Krankheit und Hoffnung, um Stillstand und Aufbruch – und um die unerquicklich aktuelle Frage, wie viel „Wir“ diese Gegenwart überhaupt noch aushält.
Zu erleben ist das am Samstag, 11. April, um 20 Uhr, im PAVIAN, Rheindorferstraße 41, in Lustenau. Wer Unterhaltung sucht, wird womöglich irritiert sein. Wer Irritation sucht, hingegen bestens bedient.
Elfenmagie und Elektronikklänge

Björk klingt wie ein Naturphänomen – mal wie ein Sturm über Lavafeldern, mal wie ein stiller Moment unter dem Nordlicht. Seit den 1990er-Jahren hat die Isländerin eine eigene Klangwelt geschaffen, die sich keinem Genre fügen will: Avantgarde trifft auf Elektronik, isländische Folklore auf Orchestergewalt, persönliche Verletzlichkeit auf kosmische Weite. 2015 zählte das Magazin Time sie meiner Meinung nach zu Recht zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Am 15. April um 19.30 Uhr widmet sich Rebecca Hammermüller im Vorarlberger Landestheater diesem außergewöhnlichen Repertoire. Die 1997 in Leipzig geborene Schauspielerin, die 2025 für den STELLA-Award nominiert wurde, bringt Björks Songs gemeinsam mit ihrer Band ( Oliver Biedermann, Martin Grabher und Oliver Rath) in neuen Arrangements zum Leuchten. Nähe und Verletzlichkeit, Natur und Fantasie, die Kraft des Unendlichen. Ihre individuelle Stimme stellt sicher, dass diese Musik nicht nachgeahmt, sondern neu erschaffen wird. Der Konzertabend unter dem Motto „Army of Me“ verspricht ein Erlebnis, das gleichermaßen fasziniert und berührt, und zeigt, dass große Kunst keine Erklärung braucht, sondern offene Ohren.
Träume nicht dein Leben

Karin Teigls Buch „Träum dich mutig“ steht aktuell an der Spitze der Thalia-Bestsellerliste – und trifft damit offenbar einen Nerv. Die österreichische Unternehmerin und Influencerin nähert sich dem viel bemühten Thema Selbstverwirklichung auf persönliche, ungeschönte Weise. Ausgangspunkt ist eine Frage, die viele kennen: Bin ich zu viel, zu laut, zu anders? Teigl erzählt von ihrem eigenen Weg, der alles andere als geradlinig verlief – von einer unangepassten Jugend in Österreich hin zu beruflichem Erfolg, der gerade aus dieser Andersartigkeit entstanden ist.
Auffällig ist, dass das Buch weniger klassische Ratschläge liefert als vielmehr Denkanstöße. Es verzichtet auf starre Konzepte und setzt stattdessen auf Selbstreflexion. Leserinnen und Leser werden eingeladen, die eigenen Zweifel zu hinterfragen und den Blick auf das zu richten, was bereits vorhanden ist: Stärken, Ideen, Potenzial. Dabei geht es auch darum, die eigene Geschichte nicht als Hindernis zu sehen, sondern als mögliche Kraftquelle.
„Träum dich mutig“ richtet sich damit besonders an Menschen, die sich orientierungslos fühlen oder festgefahrene Muster hinterfragen wollen. Der Ton bleibt nahbar und direkt, ohne ins Belehrende abzurutschen – eher eine Ermutigung, sich selbst wieder ernster zu nehmen und dem eigenen Weg zu vertrauen.