„Was ist für dich der Himmel?“

Kultur / 21.04.2026 • 12:06 Uhr
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Filmpräsentation und Gespräch mit Heilgard Bertel über Gott und Wirklichkeit. .Marlies Sproll

Filmische Annäherung an das Werk von Heilgard Bertel in der Propstei St. Gerold.

St. Gerold Mit der Filmpräsentation „Was ist für dich der Himmel?“ und einem anschließenden Gespräch mit der Künstlerin Heilgard Bertel lädt die Propstei St. Gerold am Samstag, 25. April, um 20 Uhr zu einem Abend ein, der sich zwischen künstlerischer Selbstbefragung und spiritueller Deutung bewegt. Der von der Diözese Feldkirch in Auftrag gegebene Interviewfilm versteht sich als Fortsetzung einer bereits begonnenen Auseinandersetzung und führt näher heran an die Quellen eines Werks, das sich konsequent zwischen Bild, Skulptur und Sprache entfaltet.

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Heilgard Bertel spricht nach der Filmpräsentation über Kunst, Glaube und den Himmel als Wirklichkeit.Marlies Sproll

Der Film zeichnet keine lineare Biografie nach, sondern öffnet Einblicke in das Denken und Empfinden der Malerin, Bildhauerin und Kunsttherapeutin. Im Zentrum steht die Frage nach dem Himmel als einer erfahrbaren Wirklichkeit, die sich weniger als jenseitige Verheißung denn als Beziehungsraum in der Gegenwart begreifen lässt. Bertel spricht über Ursprung und Motivation ihres Schaffens, über die Verbindung von persönlicher Erfahrung, künstlerischer Form und religiöser Deutung, und über das Ringen um Ausdruck angesichts von Leid, Zerstörung und Hoffnung.

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Marlies Sproll

Im Anschluss an die Vorführung, die später auch öffentlich auf YouTube zugänglich sein wird, tritt Bertel in ein Gespräch mit Propst Martin Werlen. Unter dem Titel „Gott – ein Beziehungsraum in der Wirklichkeit“ wird der Dialog vertieft und in einen größeren theologischen Horizont gestellt. Es geht um die Frage, wie sich Transzendenz im konkreten Leben erfahren lässt und welche Rolle die Kunst dabei spielen kann.

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Marlies Sproll

Der Abend steht zugleich im Kontext der Jahresausstellung “Transfiguration – Vom Elend zu Verheißung und Hoffnung“, die noch bis Anfang November in der Propstei zu sehen ist. Die ausgewählten Arbeiten spannen einen weiten Bogen: von den eindringlichen „Burnt Faces“, deren verbrannte, mit Asche bearbeitete Oberflächen an Krieg und Entmenschlichung erinnern, bis zu den farbintensiven „Prophecy Faces“, in denen sich eine Bewegung der Verwandlung andeutet. Skulpturen wie der „Mann im Boot“ verweisen auf Flucht und Verlust, während andere Figuren eine vorsichtige Hoffnung formulieren.

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Marlies Sproll

Charakteristisch für Bertels Werk ist das Ineinandergreifen von Bild, Form und Wort. Texte sind keine erklärenden Beigaben, sondern tragen das Gesagte mit, oft gespeist aus biblischen Bezügen, die den Arbeiten eine klare spirituelle Verortung geben, ohne sie zu vereinfachen. Biografische Erfahrungen – die Kindheit im Krieg, die Begegnung mit Natur und Landschaft – wirken dabei als unterschwellige Triebkräfte.

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Marlies Sproll

Musikalisch begleitet wird der Abend von der in Deutschland lebenden iranischen Komponistin und Multiinstrumentalistin Atena Eshtiaghi am Cello. Ihr Spiel setzt einen eigenen Akzent, der den filmischen und dialogischen Teil erweitert.
Der Eintritt erfolgt auf freiwilliger Spendenbasis zugunsten des sozialen Engagements der Propstei. Es ist ein Abend, der nicht auf schnelle Antworten zielt, sondern Räume öffnet für Wahrnehmung, Gespräch und eine Annäherung an Fragen, die sich jeder eindeutigen Festlegung entziehen.

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