“Wir waren einfach wilde Socken”

Kultur / 28.04.2026 • 13:08 Uhr
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Andreas Marte“Der stärkste Gegenwind kam aus der Kunstwelt. Aber das hat uns nicht abgehalten.”

Zahlreiche Fans und Wegbegleiter pilgerten zur Vernissage von “Göpfs” Porsche in die Heidi Horten Collection.

Wien Der Platz vor der Heidi Horten Collection war bis auf den letzten Winkel gefüllt, ein eindrucksvolles Bild, das nicht nur die Strahlkraft der Institution, sondern die Bedeutung von Gottfried Bechtold auch in der Bundeshauptstadt unterstrich. Anlass war die Präsentation seines “Betonporsche”, der nun auf unbestimmte Zeit den Eingangsbereich des Museums prägt und von einer Ausstellung im Haus begleitet wird, die bis 11. Oktober zu sehen ist.

"Wir waren einfach wilde Socken"
esel.at/Robert Puteanu/Heidi Horten Collection

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Unter den Anwesenden waren unter anderem Göpfs Kinder Ulli und Georg Bechtold, seine jahrzehntelange Wegbegleiterin, die legendäre Galeristin Ursula Krinzinger, Bettina Leidl, Direktorin des MuseumsQuartiers, Edelbert Köb, ehemaliger Direktor des Kunsthauses Bregenz und des mumok, VN-Kommentator Gerald Matt, Kurator Jürgen Weishäupl, Künstlerin Claudia Larcher, die Kulturmanagerin und Designexpertin Lilli Hollein, der Kärntner Künstler Heimo Zobernig, die ehemalige Wiener Kulturstadträtin Ursula Pasterk sowie die Bregenzer Kulturamtsleiterin Judith Reichart. Ebenfalls gesichtet wurden Josef Ostermeier, ehemaliger Bundeskulturminister, sowie selbstverständlich Silvia Taraba.

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Ursula Krinzinger und Gottfried Bechtold, der den Katalog selbstverständlich auf seinem Betonporsche signiert.Judith Reichart

Im Zentrum des Abends stand jedoch das Objekt, das alle Maßstäbe sprengt – im wahrsten Sinne des Wortes. “16,4 Tonnen – das ist wirklich unglaublich schwer. Es ist das Elffache eines normalen Porsches, etwa dreimal so schwer wie ein Elefant”, erklärte die Direktorin der Heidi Horten Collection, die Vorarlbergerin Verena Kaspar-Eisert in ihrer Eröffnungsrede. Dass dieses Gewicht auch logistisch zur Herausforderung wurde, verschwieg sie nicht: “95 Prozent des Aufwandes bestand darin, ihn durch diese enge Einfahrt hereinzubringen”, sagte sie mit einem Schmunzeln.

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Andreas MarteDie Direktorin der Heidi Horten Collection Verena Kaspar-Eisert und Göpf bei der Eröffnung.

Der Künstler selbst blickte in seiner Ansprache zurück auf die Anfänge – und auf Widerstände, die heute fast vergessen scheinen. “Der stärkste Gegenwind kam aus der Kunstwelt. Aber das hat uns nicht abgehalten. Wir waren einfach wilde Socken”, erinnerte sich Bechtold. Ein Satz, der nicht nur für Heiterkeit sorgte, sondern auch die Entschlossenheit jener Jahre spürbar machte. Zwischen den Gesprächen, dem Wiedersehen und den Blicken auf das monumentale Werk wurde deutlich, wie eng die Verbindung vieler Gäste zu Bechtold ist. Das zeigte sich auch in einer kleinen Anekdote: In einer Anmeldung an die Heidi Horten Collection hieß es schlicht – “Bitte zwei Karten für Göpf”. Mehr braucht es manchmal nicht, um Zugehörigkeit auszudrücken.

"Wir waren einfach wilde Socken"
esel.at/Robert Puteanu/Heidi Horten Collection
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esel.at/Robert Puteanu/Heidi Horten Collection
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esel.at/Robert Puteanu/Heidi Horten Collection