Fünf Wege zur Sonate

Kultur / 10.05.2026 • 11:46 Uhr
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Das 21. Konzert der Reihe findet am Montag um 20.15 Uhr in der Pfarrkirche St. Johann in Höchst statt.organindex.de

Die Höchster Orgelreihe „Wege Bachs“ widmet ihr 21. Konzert dem Sonatenschaffen für Orgel.

Höchst Die Höchster Orgelreihe „Wege Bachs“ widmet sich in ihren Konzerten jeweils einem klar umrissenen musikalischen Themenfeld und stellt dieses exemplarisch ins Zentrum. Das 21. Konzert der Reihe, das am Montag, 11. Mai, um 20.15 Uhr in der Pfarrkirche St. Johann in Höchst stattfindet, nimmt das Sonatenschaffen für Orgel in den Blick. Zugleich ist der Abend ein Jubiläumskonzert zum 60-jährigen Bestehen der Rieger-Orgel der Pfarrkirche. Auf dem Programm stehen fünf Sonaten beziehungsweise sonatenhafte Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Xaver Schnizer, Johann Sebastian Bach, Joseph Alois Holzmann und Ludwig Thuille. Organist ist der weit über die Grenzen hinaus bekannte Musiker Bruno Oberhammer.

Franz Xaver Schnizer

Mendelssohns Orgelsonaten verweisen unmittelbar auf seine intensive Auseinandersetzung mit Johann Sebastian Bach. Mit der Wiederaufführung von Bachs „Matthäus-Passion“ im Jahr 1829, rund hundert Jahre nach ihrer ersten Aufführung, löste Mendelssohn eine weitreichende Bach-Renaissance aus, die bis heute nachwirkt. Einen ganz anderen Zugang vertritt Franz Xaver Schnizer, Benediktiner der Abtei Ottobeuren, dessen sechs Orgelsonaten nicht für den Gottesdienst, vielmehr für eine gehobene, durchaus unterhaltsame Musizierpraxis gedacht waren. Sie zeigen damit eine spielerische, amüsante Seite der Gattung.

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Bach selbst schrieb seine sechs Trio-Sonaten für die organistische Ausbildung seiner Söhne. Äußerlich folgen sie alle dem dreisätzigen Modell, doch in ihrem Ausdruck unterscheiden sie sich deutlich. Schon der Bach-Biograf Nikolaus Forkel rühmte 1802 ihre außergewöhnliche Schönheit. Mit Joseph Alois Holzmann rückt das Konzert zudem einen heute kaum noch bekannten Tiroler Komponisten ins Licht, der zu seiner Zeit ein produktiver Schöpfer sakraler Musik war. Seine Rondo-Sonate belegt eindrucksvoll seine Eigenständigkeit. Den Abschluss bildet Ludwig Thuille, der vor allem durch seine Harmonielehre bekannt geblieben ist, als Komponist jedoch lange unterschätzt wurde. Seine große Orgelsonate in a-Moll zeigt ihn als Meister von hohem Rang und lässt bedauern, dass er der Orgel nicht mehr Werke hinterlassen hat.