Bruno-Kreisky-Preis an Helfer und Köhlmeier

Die beiden Vorarlberger Schriftsteller wurden für ihr publizistisches Gesamtwerk geehrt.
Wien Der Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch wird seit 1993 jährlich vom Karl-Renner-Institut gemeinsam mit dem SPÖ-Parlamentsklub und der sozialdemokratischen Bildungsorganisation vergeben. Ausgezeichnet wird politische Literatur, die im Sinne Bruno Kreiskys für Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Demokratie und die Freiheit der Kunst eintritt. In diesem Rahmen wurden Monika Helfer und Michael Köhlmeier für ihr umfassendes literarisches und publizistisches Schaffen gemeinsam geehrt.

Zahlreiche Gäste würdigten das Künstlerpaar, die Laudatio hielt Josef Ostermayer, Mitglied der Jury und ehemaliger Kulturminister. Helfer und Köhlmeier sprachen in ihren Dankesworten über ihren persönlichen Zugang zur Sozialdemokratie und ihre Bezüge zu Bruno Kreisky. Dabei betonten sie einen pragmatischen Humanismus, der menschliche Nöte ernst nimmt, sowie eine unaufgeregte Prinzipientreue als Grundlage erfolgreicher sozialdemokratischer Politik: mutig zu sein, zugleich aber Augenmaß zu bewahren, um möglichst viele Menschen mitzunehmen.

Mit der Auszeichnung ehrt das Karl-Renner-Institut zwei der wichtigsten literarischen Stimmen Österreichs. In der Begründung wurde hervorgehoben, dass Helfer und Köhlmeier persönliche Reflexion und öffentliche Verantwortung auf besondere Weise verbinden. Ihr Gesamtwerk präge durch Sprache, Haltung und gesellschaftliche Wirkmacht den humanistischen und demokratischen Diskurs. Monika Helfer zählt mit Romanen, Erzählungen und Kinderbüchern zu den bedeutenden Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Michael Köhlmeier gehört zu den prägenden Erzählern seiner Generation; sein Werk umfasst Romane, Nacherzählungen klassischer Mythen sowie publizistische Beiträge zur Vermittlung von Kultur und Geschichte. Gemeinsam stehen sie als durch Leben und Schreiben verbundenes Künstlerpaar für Einfühlungsvermögen, erzählerische Kraft und eine Literatur, die weit über den literarischen Raum hinaus in gesellschaftliche Debatten wirkt.

Dass Monika Helfer und Michael Köhlmeier gemeinsam ausgezeichnet wurden, besitzt besondere Symbolkraft. Beide haben die österreichische Gegenwartsliteratur unverwechselbar geprägt. Helfer hat mit Büchern wie „Die Bagage“, „Vati“ und „Löwenherz“ gezeigt, wie Familiengeschichte, soziale Herkunft, Erinnerung und Verletzlichkeit zu einer Literatur werden können, die leise einsetzt und lange nachhallt. Köhlmeier wiederum ist ein Erzähler großer Spannweite, der alte Stoffe, Geschichte, Politik und Gegenwart miteinander verbindet und komplexe Zusammenhänge verständlich macht, ohne sie zu vereinfachen. Gemeinsam zeigen sie, dass Literatur nicht im Privaten verharren muss, sondern aus persönlichen Erfahrungen gesellschaftliche Fragen entwickeln kann. Ihre Bücher und öffentlichen Wortmeldungen erinnern daran, dass Erzählen immer auch Haltung bedeutet.
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Zu den früheren Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderen Francesca Melandri, Tom Segev, Salman Rushdie, Franz Schuh, Paul Lendvai und Ruth Wodak.