Von Beyoncé über Lady Gaga an den Bodensee

Bregenz bekommt für Wagners „Der fliegende Holländer“ ein international hochkarätiges künstlerisches Team.
Bregenz Der US-amerikanische Regisseur Yuval Sharon wird die Oper inszenieren, die in den Sommern 2028 und 2029 auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele zu sehen sein wird. An seiner Seite steht die britische Bühnenbildnerin Es Devlin, die damit nach ihrer Arbeit für „Carmen“ 2017/18 an den Bodensee zurückkehrt.
Mit Es Devlin gewinnt die Produktion eine Künstlerin, deren Name weit über die Opernwelt hinausstrahlt. Sie zählt zu den profiliertesten Bühnenbildnerinnen der Gegenwart und hat mit ihren skulpturalen, oft monumentalen Raumkonzepten internationale Maßstäbe gesetzt. Devlin gestaltet nicht einfach Kulissen, sondern Erfahrungsräume: begehbare Bilder, architektonische Zeichen, Landschaften aus Licht, Bewegung und Material. Gerade für die Bregenzer Seebühne, die seit Jahrzehnten vom Zusammenspiel aus Naturraum, Wasser, Technik und theatraler Überwältigung lebt, ist diese Arbeitsweise besonders reizvoll.
Ewige Irrfahrt
Bereits mit „Carmen“ hatte Devlin in Bregenz gezeigt, wie sich ein ikonisches Bühnenbild auf der Seebühne behaupten kann. Ihre riesigen Spielkarten wurden damals nicht nur zur weithin sichtbaren visuellen Signatur der Produktion, sondern auch zu einem Sinnbild für Zufall, Schicksal und Leidenschaft. Mit „Der fliegende Holländer“ begegnet sie nun einem Werk, das wie geschaffen scheint für den Bodensee: Wagners Oper erzählt von einem verfluchten Seefahrer, der zur ewigen Irrfahrt auf den Meeren verdammt ist und nur durch die Treue einer Frau Erlösung finden kann. Nach 1973 und 1989/90 wird das 1843 in Dresden uraufgeführte Werk zum dritten Mal auf der Seebühne gezeigt.

Die Stoffwelt des „Fliegenden Holländers“ eröffnet Devlin ein weites Feld. Meer, Sturm, Schiff, Dunkelheit und Erlösungssehnsucht gehören zu den zentralen Motiven der Oper. Auf der Seebühne treffen sie auf eine reale Wasserfläche, auf wechselndes Licht, Wind, Wetter und die offene Weite des Bodensees. Damit entsteht ein Spannungsfeld zwischen romantischem Seelendrama und Naturkulisse, zwischen innerer Verdammnis und äußerer Bewegung.
Auch Yuval Sharon bringt Erfahrung mit großen Opernformaten und mit Bregenz mit. Bei der „Aida“-Produktion 2009/10 war er Assistent des britischen Regisseurs Graham Vick, im Sommer 2026 inszeniert er im Festspielhaus Leoš Janáčeks „Die Ausflüge des Herrn Brouček“. International gilt Sharon als Regisseur, der Musiktheater räumlich und erzählerisch neu denkt. Mit Es Devlin verbindet ihn zudem eine aktuelle künstlerische Zusammenarbeit: Erst kürzlich realisierten beide an der Metropolitan Opera in New York Wagners „Tristan und Isolde“.
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Für Bregenz bedeutet die Rückkehr Devlins daher mehr als eine prominente Personalie. Sie verweist auf den Anspruch der Festspiele, die Seebühne weiterhin als Ort spektakulärer, international sichtbarer Opernbilder zu positionieren. „Der fliegende Holländer“ bietet dafür ideale Voraussetzungen: eine Geschichte zwischen Fluch und Hoffnung, eine Musik voller Dramatik und Sehnsucht, und ein Schauplatz, an dem der Bodensee selbst zum Meer werden kann. Premiere ist am 19. Juli 2028.