Leinen los im Schloss Hofen

Ein Programm zwischen aufmerksamem Hören, schöpferischem Tun und Begegnungen im historischen Ambiente.
Lochau Schloss Hofen öffnet sich im Sommer 2026 erstmals für ein Kulturprogramm, das Konzert, Festival, Begegnung und Leichtigkeit verbindet. Zwischen historischem Gemäuer, Kunst, Bodensee und Bergkulisse entsteht ein Rahmen, der zum Zuhören, Mitmachen und Innehalten einlädt. Den Auftakt bildet am Freitag, 17. Juli, um 19.30 Uhr das Konzert „Klang & Erinnerung“ mit dem Ensemble plus. Wenige Tage später folgt mit „Leinen los!“ ein Festival, das kreative Entfaltung in den Mittelpunkt stellt. Ende August wird Schloss Hofen zur Bühne der 16. Lochauer Nacht der Musik.
Mit „Klang & Erinnerung“ rückt das Ensemble plus das Hören selbst ins Zentrum. Das Konzert ist als Resonanzraum zwischen Nähe und Distanz angelegt, in dem Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen. Ausgangspunkt sind Gerold Amanns „Gibbongesänge“, die eine archaisch anmutende und zugleich gegenwärtige Klangwelt eröffnen. Stimmen scheinen aus der Stille zu treten, einander zu rufen, zu antworten und wieder zu verhallen. Musik wird hier weniger zur Erzählung als zu einer Spur, die im Raum nachklingt. Dem gegenüber steht die Uraufführung eines Streichquartetts von Michael Amann. Sie macht den Moment des Entstehens hörbar: Linien brechen auf, suchen neue Verbindungen und bleiben doch in Bewegung. Mit György Kurtágs „Officium Breve in memoriam Andreae Szervánszky“, op. 28, verdichtet sich der Abend zu einem konzentrierten Nachklang. Es spielen Michaela Girardi und Anita Martinek, Guy Speyers und Jessica Kuhn.
Schlossgarten, Schlosscafé, Berg und Bodensee
Vom 23. bis 26. Juli heißt es: „Leinen los!“ Das Festival versteht sich als Einladung an vorsichtige, pragmatische und wagemutige Menschen gleichermaßen. Wer digitalen Alltag und Leistungsdruck hinter sich lassen möchte, findet hier Raum für schöpferische Erfahrung. Gesungen, getanzt, gezeichnet, getöpfert, geschrieben, gemalt, getrommelt, gelauscht und meditiert wird nicht mit dem Anspruch auf Perfektion, sondern aus Freude am Tun. Im Mittelpunkt steht der freie Ausdruck: mit Herz, Hirn und Hand. Das Festival richtet sich an Menschen ohne Vorkenntnisse ebenso wie an erfahrene Kreative. Schlossgarten, Schlosscafé, Berg und Bodensee schaffen einen Rahmen für Erholung, Bewegung, Begegnung und Inspiration. Eröffnet wird „Leinen los!“ am Donnerstag, 23. Juli, um 18.30 Uhr mit einem Impulsvortrag von Johannes Rauch. Unter dem Titel „Sich selbst sein“ spricht er über die Bedeutung schöpferischen Gestaltens für Identitätsfindung und psychische Gesundheit.
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Zu den Programmpunkten zählen Karo Kimes und Jeff Kimes als Artists in Residence. Am 24. und 25. Juli laden sie zur Mittagszeit zu Live-Musik im Rahmen einer Kakao-Zeremonie mit Tanz ein; am Samstag kommen Drum-Circles im Schlossgarten oder im Schlosscafé dazu. Der Eintritt ist frei.
Den Abschluss des Festivals bildet am Sonntag, 26. Juli, von 11 bis 14 Uhr ein Kultur-Brunch unter dem Titel „Musik hören, Musik spüren“. Literatur, Klang und Genuss verbinden sich zu einem Vormittag für alle Sinne. Renate Bauer führt mit Worten großer Musikerinnen und Musiker durch die Wirkung der Musik – als Quelle von Trost, Verbindung und innerer Stärke. Dazu wird ein Brunch-Buffet serviert.
Auch nach dem Festival bleibt Schloss Hofen ein Kulturort. Am Donnerstag, 27. August, ab 19 Uhr macht die 16. Lochauer Nacht der Musik im Schloss Station. Live-Musik, Kulinarik und Drinks sorgen für Atmosphäre am Bodensee. Ein Shuttlebus bringt Besucherinnen und Besucher für einen Euro pro Fahrt zum Veranstaltungsort. So spannt der Kultursommer im Schloss Hofen einen Bogen vom konzentrierten Hören über kreative Entfaltung bis hin zu Musik, Genuss und Lebensfreude.