Ein großes Text-Happening

Kultur / 12.08.2026 • 15:00 Uhr
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Regisseur Nicolas Stemann: “Es wird viel zu sehen und zu hören geben.”Tommy Hetzel / BURG

Uraufführung von Elfriede Jelineks “Unter Tieren” bei den Salzburger Festspiele.

Salzburg Wie lässt sich Elfriede Jelineks Text “Unter Tieren” überhaupt inszenieren? Es sei eine Herausforderung, gab Regisseur Nicolas Stemann Einblicke in die Pläne. Die Text könne als Fabel gelesen werden. Möglich sei aber auch, dass die Tiere sprechen, weil es keine Menschen mehr gibt, die KI übernommen habe und sie auf den Trümmern eines zerbrochenen Systems stehen. Die Uraufführung findet am kommenden Sonntag auf der Perner-Insel statt. Pause ist keine geplant. Das Publikum werde sich aber jederzeit nach draußen begeben können, die Aufführung wird auf Monitoren in die Pausenräume übertragen. Das Kommen und Gehen des Publikums könne man auch als Marktbewegung verstehen. “Der Saal wird leerer und voller.” “Wir arbeiten uns an diesem Text ab und laden die Leute dazu ein, sich das anzusehen”, erklärte der Regisseur.

Die Texte sind schwer

Eine Einladung hat Stemann auch an Techmilliardär Peter Thiel ausgesprochen: “Geplant ist eine Zuschaltung von Peter Thiel. Ob und inwieweit das klappt, ist offen”, hielt sich Stemann noch bedeckt. “Der Anspruch ist schon, dass er eines der Tiere übernimmt”, meinte Mavie Hörbiger. Der Text habe sich ihr beim ersten Lesen nicht erschlossen, erzählte die Schauspielerin: “Ich habe mir gedacht, ich verstehe überhaupt nichts, keinen Satz davon, was die Tiere da bereden.” Erst bei der Leseprobe wurde es klarer, das sei ein großartiger Moment gewesen. “Die Texte sind schwer. Sie sind auch sehr schön. Es ist erhellend, sie auswendig zu lernen”, sagte Caroline Peters. Sebastian Rudolph hob die Musikalität hervor: “Man kann sich das anhören wie Musik.” Man müsse nicht jedes Detail verstehen. Ihn fasziniere, wie Jelinek versuche, dem nachzuspüren, wie genau das mit dem Geld und dem Handel funktioniere.

Auch die Frage, was passiert, wenn die Menschen weg sind und die Maschinen übernehmen, soll das Publikum bei der Inszenierung praktisch erleben. Einen Teil des Stücks wird die KI selbstständig inszenieren, in einer anderen Strecke soll ein Hund Regie führen, verriet Stemann. Handpuppen, synchronisierte oder chorische Szenen, Musik von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel, ein Gastauftritt der Musikkapelle Oberalm: “Wir haben eine Vielzahl von Theatermitteln, es wird sehr opulent”, versprach Stemann: “Es wird viel zu sehen und zu hören geben.”