Neue Intendanz in bewegten Zeiten

Kultur / 26.08.2026 • 13:26 Uhr
Neue Intendanz in bewegten Zeiten
Ali M. Abdullah wird die Intendanz am Vorarlberger Landestheater interimistisch übernehmen. Stadt Bregenz, Christoph Griesser

Nach der Kündigung und Freistellung von Stephanie Gräve hat das Vorarlberger Landestheater wieder eine künstlerische Leitung. Ermittlungen gegen KuGes-Chefin laufen weiter.

Bregenz Der Aufsichtsrat der Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft mbH (KuGes) hat für die kommenden Spielzeiten 2026/2027 und 2027/2028 den Wiener Regisseur Ali M. Abdullah zum interimistischen Intendanten des Vorarlberger Landestheaters bestellt.

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Mit diesem Schritt ist der Betrieb des Hauses in den nächsten beiden Spielzeiten sichergestellt, nachdem die künstlerische Leitung nach Kündigung und Freistellung Stephanie Gräves vakant geworden ist. “Wir freuen uns, dass mit Ali M. Abdullah ein erfahrener und ausgezeichnet vernetzter interimistischer künstlerischer Leiter an das Vorarlberger Landestheater kommt”, teilte Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Schöbi-Fink mit. Es sei nicht selbstverständlich, im laufenden Betrieb und bei teilweise bereits erfolgter Planung einen Theaterfachmann wie ihn gewinnen zu können.

“Spannende Herausforderung”

Der neue Interimsintendant Ali M. Abdullah bezeichnete die kurzfristige Übernahme des Vorarlberger Landestheaters als spannende Herausforderung. Er freue sich darauf, das erfahrene Personal, die bestehenden Strukturen und das bereits geplante Programm weiterzuführen. Dass das Theater wegen der anstehenden bühnentechnischen Sanierung in der kommenden Spielzeit an verschiedenen Ausweichspielstätten gastieren werde, sorge für eine besondere Dynamik. In den kommenden zwei Jahren wolle er seine künstlerischen Vorstellungen von einem Theater der Zukunft mit den vorhandenen Mitteln weiterentwickeln und dem Vorarlberger Publikum näherbringen.

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Monika Wagner bezeichnete die interimistische Intendanz als wichtigen Schritt.

Auch KuGes-Geschäftsführerin Monika Wagner bezeichnete die interimistische Intendanz als wichtigen Schritt. “Sie ist entscheidend, um das Team des Vorarlberger Landestheaters in den kommenden beiden Spielzeiten gut zu begleiten und den Spielbetrieb zu sichern”, erklärte sie auf VN-Anfrage. Die Sanierung stelle eine große Herausforderung dar, weil verschiedene Spielstätten im Land genutzt würden. Abdullah sei ein “erfahrener und hochqualifizierter Theaterregisseur”. Nach Tätigkeiten an deutschen Bühnen habe er in Wien zunächst die GARAGE X und anschließend das WERK X geleitet. Seit 2024 arbeitet Ali M. Abdullah frei als Autor und Regisseur.

“Am Sachverhalt hat sich nichts geändert”

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Feldkirch die Ermittlungen gegen Wagner wegen des Verdachts der Urkundenfälschung wieder aufgenommen hat. Das im Mai eingeleitete Verfahren war zunächst eingestellt worden, weil kein nachweisbarer Vorsatz gesehen worden war. Die Anzeige hatte die damalige Intendantin Stephanie Gräve erstattet. Wagner soll bei der Erstellung eines Vertrags unerlaubterweise Gräves digitale Unterschrift verwendet haben. Sie bezeichnete den Vorwurf als “unbeabsichtigten administrativen Fehler”.

Zur Fortführung der Ermittlungen erklärte Wagner: “Ich nehme die Entscheidung des Landesgerichts Feldkirch zur Kenntnis, es steht Stephanie Gräve selbstverständlich frei, alle ihr zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen.” Das Landesgericht habe die Fortführung damit begründet, dass die Staatsanwaltschaft noch Zeuginnen zu befragen habe. “Das Verfahren geht damit seinen Lauf, am Sachverhalt selbst hat sich nichts geändert. Ich gehe deshalb weiterhin davon aus, dass die Einstellung des Verfahrens bestätigt wird.”

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Stephanie Gräve begrüßt die Entscheidung des Landesgerichts. VN/Rhomberg

Stephanie Gräve begrüßte die Entscheidung des Landesgerichts. “Für mich ist es sehr wichtig, dass das Gericht jetzt noch einmal anerkannt hat, dass mein Verdacht begründet ist”, erklärte sie im VN-Gespräch. Das Gericht habe damit festgestellt, dass es sich um eine begründete Anzeige handle, die weiterer Untersuchung bedürfe. “Ich gehe davon aus, dass das auch in meinem Sinne entschieden wird.”

Neue Spielzeit, Sanierung

Unterdessen startet das Landestheater in Kürze mit “Leopoldstadt” auf der Werkstattbühne des Festspielhauses in die neue Spielzeit. Gleichzeitig beginnt die bühnentechnische Sanierung. Unabhängig von der zweijährigen interimistischen Intendanz startet die KuGes im Herbst wie geplant das vom Aufsichtsrat beschlossene Ausschreibungsverfahren für die Intendanz ab der Spielzeit 2028/29.