Wenn das Repariertier kommt

Mit Witz und viel Fantasie begeisterte das Theater Kunstdünger bei “Luaga und Losna”.
Feldkirch Ein Blaumann, eine Werkzeugkiste und ein Problem, das sich nicht einfach absägen lässt: Im Kinderstück “Zerspringding & Repariertier” schickt das Theater Kunstdünger zwei ungleiche Figuren auf eine abenteuerliche Suche. Gesprochen wird dabei kaum. Dafür wird geschnuppert, geschüttelt, gesprungen und mit vollem Körpereinsatz gespielt.
Am Anfang steht ein Missgeschick. Gerda hüpft – und plötzlich ist etwas kaputt. Das Repariertier ist rasch zur Stelle. Ausgerüstet mit Gaffa-Tape, Säge und Zange macht es sich an die Arbeit. Doch was im Inneren zerbrochen ist, lässt sich mit gewöhnlichem Werkzeug nicht beheben. Stattdessen kommen kleine rote Lichter zum Vorschein. Sie werden untersucht, gesammelt und kurzerhand in die Ohren gesteckt. Im Publikum wird gelacht, gestaunt und aufmerksam verfolgt, welche Idee das Repariertier als Nächstes aus seiner Kiste holt.

Christiane Ahlhelm und Lydia Starkulla erzählen die Geschichte mit Blicken, Gesten, Geräuschen und präzise gesetzter Komik. Jede Bewegung ist verständlich, ohne erklärt werden zu müssen. Gerade dadurch bleibt viel Raum für die Vorstellungskraft der Kinder. Sie erkennen Gefahren oft schon, bevor diese auf der Bühne vollständig Gestalt annehmen, und begleiten die beiden Figuren hörbar durch ihre Abenteuer.

Wandelbarer Origami-Stil
Besonders wandlungsfähig zeigt sich das von Sibylle Kobus entworfene Bühnenbild. Seine geometrischen Flächen lassen sich falten, verschieben und neu zusammensetzen. Einmal entsteht ein Eissee, dann ein Fahrzeug, ein hoher Berg oder eine Behausung, die an ein Iglu erinnert, und sogar ein Monster. Mit wenigen Handgriffen öffnet sich eine neue Welt. Der Rest geschieht in den Köpfen der Zuschauerinnen und Zuschauer.
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Gerda und das Repariertier gleiten über das Eis, brechen ein und schwimmen durch das kalte Wasser. Dort wartet ein weißer Hai. Später führen sie ihre Wege über einen Berg, wo ihnen Wind und Donner entgegenkommen. Die Musik von Annegret Enderle und die wechselnden Lichtstimmungen verstärken die Szenen, ohne sie zu überladen. Aus einfachen Mitteln entsteht eine Reise, die immer neue Überraschungen bereithält.

Junges Publikum geht begeistert mit
Zum Vergnügen der kleinen Gäste wird geworfen, gesprungen und mit Gegenständen experimentiert. Gleichzeitig erzählt das Stück davon, wie es sich anfühlen kann, wenn etwas nicht mehr stimmt und die vertrauten Lösungen versagen. Das Repariertier beseitigt das Problem nicht im Handumdrehen. Es bleibt aber an Gerdas Seite, probiert weiter und begleitet sie durch unbekanntes Gelände. Gegen Ende nimmt etwas Wildes und Ungeheuerliches Gestalt an. Was genau da auf der Bühne entsteht, blieb im Publikum umstritten: ein Monster, ein wildes Tier oder doch ein Dinosaurier? Die Kinder lieferten ihre eigenen Deutungen – und wurden damit selbst zu Mitspielenden der Aufführung.

Nach 45 Minuten war das kaputte Ding wieder ganz und das Abenteuer bestanden. Anschließend durften die Kinder Fragen stellen. Dabei verrieten die Spielerinnen auch einige ihrer Theatertricks und zeigten, wie manche Effekte entstanden waren. Für das Theater Kunstdünger war der Auftritt eine wiederholte Rückkehr nach Feldkirch: Bereits vor rund 30 Jahren war das Ensemble bei “Luaga und Losna” zu Gast – und seither immer wieder. AFP
Das Festival findet noch bis 5. September an verschiedenen Spielstätten statt. Programm und Termine der Publikumsgespräche unter: luagalosna.at



