Zwischen Stadt und Landschaft

Kultur / 22.09.2026 • 13:34 Uhr
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Hubert Blanz beschäftigt sich seit vielen Jahren mit urbanen Strukturen.hubert blanz

Die Ausstellung von Hubert Blanz ist bis 11. November im Bildraum Bodensee zu sehen.

Bregenz Das Vorarlberger Rheintal ist eine Landschaft, deren Veränderung sich täglich beobachten lässt. Wo früher Dörfer, Felder und freie Flächen deutlicher voneinander geschieden waren, zieht sich heute ein nahezu durchgehendes Siedlungsband von Bregenz bis Feldkirch. Gemeinden wachsen zusammen, Gewerbegebiete, Wohnbauten und Verkehrswege greifen ineinander. Die Landschaft wird dichter, ihre Grenzen werden undeutlicher.

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Ursprünglich studierte Blanz Bildhauerei und entwickelte seine Arbeit von der Skulptur hin zur Rauminstallation.hubert blanz

Diese Entwicklung steht im Zentrum der Ausstellung „Stadt-Land-Cyberspace“, die bis 11. November im Bildraum Bodensee in Bregenz zu sehen ist. Hubert Blanz richtet den Blick auf eine Region, die exemplarisch für den tiefgreifenden Wandel unserer gebauten Umwelt steht. Seine Arbeiten beschreiben diesen Wandel nicht illustrativ. Sie zerlegen vertraute Strukturen, verschieben ihre Maßstäbe und führen vor Augen, wie sehr sich die Wahrnehmung von Landschaft durch Architektur und Infrastruktur verändert.

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Der 1969 im Allgäu geborene und in Wien lebende Künstler beschäftigt sich seit vielen Jahren mit urbanen Strukturen und mit der Frage, wie Architektur und Infrastruktur das Zusammenleben organisieren. Ursprünglich studierte er Bildhauerei. Über Skulptur, Rauminstallation und Video fand er zur Fotografie. Auslandsstipendien führten ihn nach London, New York, Chicago und Paris, wo er unterschiedliche Formen urbanen Lebens untersuchte.

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Blanz fotografiert auffällige, mitunter ungewohnte Stadtlandschaften aus wechselnden Blickwinkeln, abstrahiert sie und überführt sie in eigenständige Werkserien. Eine solche Perspektive prägt „Homeseekers“ von 2012. Zu sehen sind zugemauerte Fenster in kahlen Backsteinfassaden Londons. Sie erinnern an die 1696 eingeführte Fenstersteuer, die als „Steuer auf Licht und Luft“ bekannt wurde. Hausbesitzer ließen Fenster wieder verschließen oder verzichteten auf ihren Einbau.

Licht und Dunkelheit

Den historischen Blick auf das verweigerte Licht stellt Blanz den Lichtdiagrammen der Serie „Urban Codes“ gegenüber. Dafür fotografierte er nachts beleuchtete Fenster von Bürohochhäusern. Aus Licht und Dunkelheit entsteht ein abstraktes Abbild des urbanen Arbeitslebens.

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hubert blanz

Mehrere Videoarbeiten erweitern die Untersuchung um Zeit und Atmosphäre. Für „Schwere Wolken“ filmte Blanz über sieben Jahre weiße Baustellen-Gerüstplanen in verschiedenen Ländern. Die hellen Flächen wirken, als seien Bildinformationen aus der Stadt herausgeschnitten worden. Wind, Wetter und Bewegung werden im Soundtrack hörbar.

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Weitere Arbeiten widmen sich Räumen der Bewegung und Vernetzung. Straßenkreuzungen überlagert Blanz in mehreren Aufnahmen und erzeugt daraus neue räumliche Strukturen. Flughafenpisten und Flugzeugobjekte werden zu fotografischen Studien. Auch soziale Beziehungen übersetzt der Künstler in eine visuelle Ordnung. Den Facebook-Freundeskreis des Montafoner Freestylers Eric Themel stellte er als abstraktes Netzwerk aus farbigen Linien dar. Die Linien ergeben sich aus den Namen der Beteiligten und ihren Verbindungen.

Digitale Vernetzung

So führt die Ausstellung vom konkreten Ort in ein Nachdenken über Räume. Das Rheintal bildet den Ausgangspunkt, doch Blanz fragt zugleich nach dem Leben in einer Welt, in der Stadt, Land und digitale Vernetzung verbunden sind. Der vertraute Raum wird als Ergebnis von Entscheidungen sichtbar.

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hubert blanz

„Stadt-Land-Cyberspace“ ist bis 11. November im Bildraum Bodensee, Seestraße 5, zweiter Stock, Eingang im Posthof, in Bregenz zu sehen. Die Ausstellung wurde am 18. September eröffnet. Der Ausblick auf das Rheintal führt hinaus in andere Städte und zurück in eine Landschaft, deren Zukunft sichtbar begonnen hat.