Eine Nacht, vier Länder und 81 Kulturorte

Kultur / 28.09.2026 • 14:19 Uhr
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Markus Klement, Hanna Reiner, Jasmin Ölz, Daniel Bargetze, Manfred Morscher, Monika Meyer , Christof Thöny, Michael Kasper und Sandra Feurstein-Thaler freuen sich auf den kommenden Samstag.Anna Smirnova

Bei der ORF-Langen Nacht der Museen öffnen am Samstag, 3. Oktober, 81 Kulturinstitutionen ihre Türen.

DORNBIRN Am kommenden Samstag werden Museen wieder zu nächtlichen Treffpunkten. Bei der 26. ORF-Langen Nacht der Museen öffnen 81 Kulturinstitutionen in Vorarlberg und den angrenzenden Regionen ihre Türen: 61 in Vorarlberg, sechs in Liechtenstein, zehn in der Schweiz und vier in Deutschland. Von 18 bis 24 Uhr reicht das Spektrum von Kunst und Geschichte über Literatur bis zu Technik. Gerade diese Grenzüberschreitung macht die Museumsnacht im Westen Österreichs besonders. „Man darf einfach ins Museum gehen, schauen, verweilen, ein wenig träumen und den eigenen Gedanken nachhängen. Die Lange Nacht ist niederschwellig, sie ist ein Türöffner für alle“, bringt es ORF Vorarlberg-Kulturkoordinatorin Jasmin Ölz auf den Punkt.

Eine Nacht, vier Länder und 81 Kulturorte
Die Francis-Turbine ist nur eines der Highlights in der Vorarlberger Museumswelt.

Eröffnet wird die Lange Nacht heuer in der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz. Dort befinden sich auf rund 2500 Quadratmetern sieben Museen unter einem Dach. Im Mittelpunkt steht das nach vierjährigem Umbau neu eröffnete Elektromuseum. Tausende ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden investiert. Das Ziel der Ausstellung ist durchaus wörtlich zu verstehen: Strom soll sichtbar und seine Funktionsweise nachvollziehbar werden. Zu erleben sind unter anderem Plasmakugeln und eine Tesla-Spule. Auf der Galerie dokumentiert eine Ausstellung zudem die Entwicklung der Fernsehtechnik.

Kreativer Kunstworkshop

Einen neuen Blick auf die Landesgeschichte bietet das vorarlberg museum. Dort wird das zehnte und letzte „Zeitfenster“ eröffnet. Vorarlberg wird als Durchgangsland mit wichtigen Verkehrswegen über Rheintal, Klostertal und Arlberg gezeigt, zugleich als Region, deren Bewohner seit Jahrhunderten unterwegs waren. Zum Jahresschwerpunkt Erinnerungskultur werden kompakte Führungen angeboten. Für Acht- bis Zwölfjährige beginnt um 18.30 Uhr ein kreativer Kunstworkshop.

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Das Jüdische Museum in Hohenems.Stiplovsek Dietmar pauschal

Auch das Klostertalmuseum, das heuer sein 25-jähriges Bestehen feiert, setzt auf mehrere Generationen. Kinder können Wasserraketen bauen, für Jugendliche gibt es ein Kreativprogramm. Musik mit dem Duo Melange und digitale Angebote zur Familienforschung ergänzen das Programm. Überhaupt wird Familien heuer einiges geboten. 27 Häuser haben spezielle Kinderprogramme vorbereitet. Im Alten Schulhüsli Büchel in Rüthi kann mit Griffel und Schiefertafel geschrieben werden, das Jüdische Museum Hohenems lädt in eine Kreativwerkstatt, im Museum für Urgeschichte in Koblach können Kinder und Jugendliche eigene Pfeile bauen. Wer drei Kinderprogramme besucht und dies im Kinderpass bestätigen lässt, erhält ein kleines Geschenk.

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Hanna Reiner im Gespräch mit Jasmin Ölz.Anna Smirnova

Die Bandbreite der Nacht zeigt sich auch an weiteren Schauplätzen. Der umfassend neugestaltete Cavazzen in Lindau präsentiert neben seiner neuen Dauerausstellung mit „Handmade“ Zeichnungen und Keramiken von Pablo Picasso. Der Palast Hohenems nimmt erstmals an der Langen Nacht teil und widmet eine Sonderausstellung Kaiserin Elisabeth von Österreich.

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Die Lange Nacht der Museen findet nicht nur in Vorarlberg, sondern auch in der Schweiz, in Liechtenstein und im benachbarten Deutschland (im Bild: Cavazzen, Lindau) statt.Christian Flemming

Warum Museen gerade heute besondere Orte sein können, betont auch Hanna Reiner, stellvertretende Chefredakteurin der „Vorarlberger Nachrichten“: „Wir leben in einer Welt, in der künstlich erzeugte Bilder und Informationen kaum mehr von der Realität zu unterscheiden sind. Gerade deshalb bekommen Orte wie Museen eine neue Bedeutung: Hier geht es um das Original, um echte Objekte, echte Geschichten und um die Möglichkeit, etwas selbst zu erleben.“ Deshalb sind die VN gerne Kooperationspartner der Langen Nacht der Museen: „Weil wir Menschen neugierig machen wollen auf ihre Region, auf ihre Geschichten und auf die vielen besonderen Orte, die es hier gibt.“

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Die “Ghörige Stuba” im vorarlberg museum kann das ganz Jahr über kostenfrei besucht werden.Sarah Mistura

Das reguläre Ticket kostet 19 Euro. Sonderbusse verbinden von 18 bis 24 Uhr im 30- beziehungsweise 60-Minuten-Takt zahlreiche Häuser. Zusätzlich gelten die Tickets als Fahrschein in den regulären öffentlichen Verkehrsmitteln des VVV und von LIECHTENSTEINmobil. Zentraler Infopunkt ist der „Treffpunkt Museum“ bei der Haltestelle Rathaus in Dornbirn, wo bereits ab 8 Uhr Informationen erhältlich sind.

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Der Palast Hohenems widmet eine Sonderausstellung der Kaiserin Elisabeth von Österreich.