Lebensgeschichte zweier Dornbirner Polizeibeamter

Kultur / 03.11.2026 • 13:55 Uhr
Lebensgeschichte zweier Dornbirner Polizeibeamter
Harald Walser beleuchtet die historischen Hintergründe sowie die unterschiedlichen Rollen, die Polizisten unter der NS-Herrschaft einnahmen.Roland Paulitsch

Harald Walser spricht über Vorarlbergs Exekutive im Nationalsozialismus.

Dornbirn Zum Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 rückt das Stadtmuseum Dornbirn ein Kapitel in den Blick, das lange im Schatten lag: die Rolle der Vorarlberger Exekutive in der NS-Zeit. Am 9. November 2026 spricht der Historiker Harald Walser im Großen Sitzungssaal des Rathauses über Polizeibeamte zwischen Anpassung, Mittäterschaft und Verfolgung und über zwei Dornbirner Lebensläufe, an denen sich die Brüche jener Jahre besonders deutlich ablesen lassen.

Walser, 1953 in Hohenems geboren, leuchtet seit den 1980er-Jahren die dunklen Seiten der Vorarlberger Zeitgeschichte aus. Der promovierte Historiker war Direktor des Gymnasiums Feldkirch und saß von 2008 bis 2017 als Bildungssprecher der Grünen im Nationalrat. Heute veröffentlicht er Bücher und kommentiert in den VN das politische Geschehen.

Historische Hintergründe

Ausgangspunkt des Abends ist der kürzlich erschienene Band „Mitläufer, Täter, Opfer“, der die Geschichte der Vorarlberger Exekutive im Nationalsozialismus aufarbeitet. Dornbirn kommt darin eine besondere Stellung zu. Am Beispiel des damaligen Postenkommandanten Hugo Lunardon und seines Stellvertreters Franz Walch wird beleuchtet, wie sich die politischen Umwälzungen rund um das Jahr 1938 im Leben einzelner Beamter niederschlugen. Walser beleuchtet in seinem Vortrag die historischen Hintergründe sowie die unterschiedlichen Rollen, die Polizisten unter der NS-Herrschaft einnahmen. Die Spannweite steckt schon der Buchtitel ab.

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Der Vortrag behandelt die Lebensgeschichte von Hugo Lunardon und seines Stellvertreters Franz Walch. Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung: Malin-Gesellschaft

Der Band erscheint begleitend zur Wanderausstellung „Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus“, die am selben Tag um 13 Uhr in der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz eröffnet wird. Sie ist aus dem vom Innenministerium initiierten Forschungsprojekt „Die Polizei in Österreich. Brüche und Kontinuitäten 1938–1945“ hervorgegangen. Durchgeführt wurde es an der Universität Graz und am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und dem Mauthausen Memorial. Gefördert wurde die Ausstellung vom Innenministerium und vom Zukunftsfonds der Republik Österreich.

Der Eintritt zum Vortrag beträgt sechs Euro. Anmeldungen nimmt das Stadtmuseum Dornbirn unter der Telefonnummer +43 5572 306 4911 oder per E-Mail an stadtmuseum@dornbirn.at entgegen.