Volksabstimmung, ein neuer Standortfaktor?

Leserbriefe / 18.11.2019 • 20:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Bürger von Ludesch haben auf einem legitimen, demokratischen Weg eine bestens vorbereitete Betriebserweiterung zu Fall gebracht. Abgesehen von den betriebswirtschaftlich negativen Folgen für das Vorarlberger Familien-Unternehmen haben die Ludescher der Ansiedlungspolitik in unserem Land und weit über die Landesgrenzen hinaus ein Zeichen gesetzt, eine Botschaft gesendet, die da lautet: „Liebe Unternehmer, liebe Politiker, macht die Rechnung nicht ohne uns. Wir, die Bürger von „Dingsda“ haben das letzte Wort. Wenn uns etwas nicht passt, könnt ihr zusammenpacken.“ Für zukünftige Betriebsansiedlungen und -Erweiterungen gesellt sich zu den klassischen Standortfaktoren ein neuer, politischer Faktor dazu: die Volksabstimmung der potenziellen Standortgemeinde. Die Wirtschaftspolitiker im Land Vorarlberg werden die lokale Volksabstimmung zähneknirschend in ihren Standortkatalog aufnehmen müssen. Darüber hinaus bleiben viele Fragen offen! Die Wichtigsten: Ist dieser Entscheid in Ludesch die voraussichtlich nachhaltige Spaltung der Dorfbevölkerung wirklich wert? Sind sich die Kommunalpolitiker der Konsequenzen einer derartigen Volksabstimmung bewusst? Oder besser gefragt: Ist eine Volksabstimmung wirklich das geeignete Instrument für eine derart komplexe Entscheidung? Hört die Landesregierung den Ruf aus Ludesch, für die Handhabung der Landesgrünzone endlich brauchbare Bewertungskriterien zu erarbeiten? Geht es uns in Vorarlberg schon so gut, dass wir – mir nix, dir nix – auf die wirtschaftliche Potenz eines Unternehmen á la Rauch verzichten können?

Peter Lins, Satteins