Denkmal auf
Hohenemser Art

Leserbriefe / 21.11.2019 • 17:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Laut Hohenemser Gemeindeblatt vom 14. 11. 2019 wird am 27. November in Hohenems ein Denkmal für Hohenemser NS-Euthanasieopfer enthüllt. Dieses Denkmal wird aber lediglich ein weiteres namenloses Denkmal sein. Namenlose Denkmäler für alle Vorarlberger NS-Euthanasieopfer gibt es bereits zwei in Rankweil (Valduna und Waldfriedhof). Bregenz stellte sich diesem Thema schon 1988. Andere Orte folgten. In Wien entsteht nächstes Jahr eine Gedenkwand mit 66.000 Namen aller ermordeten österreichischen Juden. Auch für die ermordeten Emser Juden setzte man 2014 Stolpersteine mit Namen vor ihre ehemaligen Häuser. Doch die Emser NS-Euthanasieopfer bekommen keinen Namen, sie werden nicht – auch nicht nach 80 Jahren – aus ihrer Anonymität gehoben! Das ist nicht in Ordnung! Dafür aber soll der Gedenkstein geweiht werden. Aber die Kirche hat den NS-Euthanasieopfern seinerzeit auch nicht geholfen. Ihre Gebete um Hilfe sind auch dort nicht angekommen. Weihwasser tut diesem Stein nicht gut! 31 Jahre nach Bregenz folgt Hohenems nach den Stolpersteinen nun in zweiter Etappe mit einem am Boden liegenden Stein „für die Restlichen“, doch die Ermordeten bleiben weiterhin namenlos. Das ist keine sensible, sondern eine unwürdige Aufarbeitung der NS-Zeit. Wenn diese 13 Emser NS-Euthanasieopfer nicht wichtig genug sind, dass man ihnen endlich auch einen Namen gibt, dann sollte man es besser ganz bleiben lassen!

Herbert Waibel, Hohenems