Veraltete Ansichten?

Leserbriefe / 21.11.2019 • 17:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Was Frau Lechner mit „veralteten Ansichten“ meint, ist vermutlich das, was zum geistigen Erbe Europas gehört und für das sich manche heute schämen bzw. das man immer mehr tabuisiert. Wenn Frau Mag. Christine Koppel von Grundfragen spricht, dann meint sie jene Fragen bzw. Antworten, die die Grundlage jeder menschlichen Gesellschaft sind. Es geht nicht darum, wer was wie findet. Es geht um objektive Grundlagen, die von meiner subjektiven Befindlichkeit unabhängig sind. Wenn man sich dann nicht daran hält – auch gesellschaftspolitisch –, dann folgen daraus Konsequenzen, ob man nun will oder nicht. Wenn man zum Beispiel das Lebensrecht des Menschen nicht als absolut unantastbar hält und entsprechend auch strafrechtlich sanktioniert, dann gerät eine mehr oder weniger große Menschengruppe in das Fadenkreuz anderer. Das können dann alte oder psychisch erkrankte Menschen oder körperlich Behinderte oder Menschen mit einer bestimmten Weltanschauung oder einfach wehrlose ungeborene Kinder sein. Zum Recht des Menschen gehört es auch, dass er von Vater und Mutter in einem liebevollen Akt gezeugt und von diesen versorgt, erzogen und geliebt wird. Das ist nicht Willkür, sondern das ergibt sich aus der Natur der Sache. Das ist eine der entscheidenden Grundlagen Europas, das im Begriff ist, seine eigenen ethischen Grundsätze und damit sich selbst zu zerstören.

P. Bernhard Kaufmann, Dornbirn