Kiesabbau in
der Region

Leserbriefe / 28.11.2019 • 18:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Herr Landeshauptmann Wallner begründet sein Plädoyer für den Kiesabbau in Altach mit folgenden Zahlen: Rund 4.000.000 Tonnen Kies werden pro Jahr in Vorarlberg benötigt. 230.000 Tonnen Kies fehlen. Die drei Betonwerke im Rheintal brauchen 760.000 Tonnen Kies zur Betonherstellung. 73 Prozent des Kiesbedarfs müssen zugeführt werden. 230.000 t von 4.000.000 t sind 5,75 Prozent! 230.000 t von 760.000t sind 30,3 Prozent! Worauf bezieht sich also die Angabe von 73 Prozent fehlenden Kieses? Die Antwort liefert eine Studie zur Baurohstoffversorgung in Vorarlberg: Im Rheintal werden 209.000 t Betonkies, also 27,5 Prozent der benötigten 760.000 t jährlich abgebaut. Somit fehlen 73 Prozent! Allerdings wird im Walgau jährlich ein nicht unbeträchtlicher Überschuss an Betonkies erzielt, der aber nicht ins Rheintal geliefert, sondern in die Schweiz exportiert wird. Laut der Studie kann Kies aus Süddeutschland billiger bezogen werden als aus nahegelegenen Kiesabbaufeldern in Vorarlberg. In Anbetracht dieser Umstände erscheint die Diskussion um mehr Verkehr, wenn Kies in Altach nicht mehr gewonnen werden kann, als heuchlerisch. Zumal in diesem Zusammenhang nie erwähnt wird, dass im Falle eines Imports von Kies der Antransport des Materials zur Wiederbefüllung des Abbaugebietes wegfallen würde. Das hätte langfristig eine Senkung des derzeitigen, durch den Kiesabbau in Altach verursachten, Verkehrsaufkommens zur Folge.

Mag. Uta Tomaselli, Altach