Gasthaussterben – die Fakten zählen

Leserbriefe / 08.01.2020 • 19:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief „Gasthofsterben“ von Alexander Hintergger, VN vom 3. 1. 2020:

Was zählt sind Fakten, und diese sehen anders aus als im Leserbrief von Alexander Hinteregger. Auch für beste Lagen keinen geeigneten Wirt zu finden, ist ein Grundproblem. Ein Faktum, von dem viele Betriebe und Gemeinden im Lande betroffen sind. Es kann beim Bestreben, den Gasthof der Gemeinde zu erhalten, keinesfalls dem Eigentümer zu wenig Initiative vorgeworfen werden, wie dies der Leserbriefschreiber angedeutet hat. Das Vorhaben, mit hohen Investitionen einen zeitgemäßen Gastronomiebetrieb wieder aufnehmen zu können, wurde mit aktuellen behördlichen Feststellungen und damit weiteren nicht finanzierbaren Kosten vorerst zunichte gemacht. Die zweijährige Suche nach geeigneten Pächtern blieb ebenfalls ohne Erfolg. Dabei ist festzuhalten, dass der Eigentümer die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit einerseits zu verantworten hat und andererseits stets die Absicht verfolgte, der Gemeinde den Gasthof zu erhalten. Die Gemeinde hat ebenfalls nach den Maßstäben des Gemeindegesetzes zu handeln und die Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit einzuhalten. Entscheidungen werden in unserer Gemeinde nicht im Alleingang getroffen, sondern gemeinsam. So erfolgte auch unter Mitwirkung der ÖVP-Vertreter im Gemeindevorstand einstimmig keine Befürwortung, die heute bekannten Probleme als Gemeinde zu übernehmen. Bei dieser Entscheidung war und ist grundsätzlich im Gemeindevorstand der Bürgermeister nicht stimmberechtigt. Wirts­haussterben wird von allen bedauert, was zählt sind jedoch ehrliche Fakten.

Ernst Blum, Bürgermeister von Fußach