Tote bei

Leserbriefe / 09.01.2020 • 17:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Trauermarsch

Zum VN-Bericht „Dutzende Tote bei Trauermarsch für iranischen General Soleimani“, vom 8. 1. 2020:

Es ist schon erstaunlich wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ohne Wählerstimme in das Amt gemauschelt wurde, den Iran als Alleinschuldigen der USA-Iran-Krise ausgemacht hat. Ihre Aussage, „der Iran würde die US-Amerikaner regelmäßig provozieren“, ist an Unterwürfigkeit nicht mehr zu übertreffen. Mit einer solchen, peinlichen US-Amerika-Hörigkeit wird die EU, trotz 500 Millionen Menschen und einer der größten Wirtschaftsräume, von niemand ernst genommen. Was muss Trump noch anstellen, bis irgendein EU-Politiker den Druck der Wirtschaft ignoriert und den US-amerikanischen Präsidenten eine klare Ansage macht? Es ist doch unstrittig, dass Trump das derzeitige Dilemma mit dem Iran, den man natürlich kritisch betrachten muss, mit dem Aufkünden des mühsam ausgehandelten Atomvertrages und den zusätzlichen Sanktionen verursacht hat. Die US-Amerikaner sind nach dem verlorenen Irak-Krieg, der ISIS gebracht hat, und der Niederlage gegen Assad in Syrien, scheinbar noch immer der Meinung, dass bei ihrem Erscheinen sich jeder Moslem auf den Boden werfen muss. Ein Krieg gegen die 82 Millionen fanatischen Iraner, die von Russland unterstützt werden, hätte eine ganz andere Größenordnung als die bisherigen Nahostkriege. Diese Auseinandersetzung würde für US-Amerika und seine Verbündeten ein noch schrecklicheres Ende bringen, als der längst verlorene Afghanistankrieg.

Alfred Fuchs, Dornbirn