Leserbriefe / 21.01.2020 • 18:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Im Geiste Jesu? Am Anfang der Apostelgeschichte (Apg. 1,26) wird Matthias gewählt und „den Aposteln hinzugezählt”, damit die Zwölfzahl wieder aufgefüllt ist. Nach Lukas sind es „die Apostel“, nach Matthäus und Markus sind es „die Zwölf“, die mit Jesus in den Abendmahlssaal gehen. „Die Zwölf“ und „Apostel“ sind daher zwei Worte für dieselbe Menschengruppe. Das heißt, den Auftrag, die heilige Messe zu feiern, war nicht an eine undefinierte Gruppe von Menschen gerichtet. Vielmehr sagte Christus eben ausschließlich zu den Aposteln: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Man kann – frei nach Luther – all das, was man nicht schlüssig findet, selbst interpretieren. Pfarrer Rohner liefert aber in seinem Leserbrief vom 9. Jänner selber ein Beispiel dafür, wie schnell man mit dieser Methode nicht nur dem Glauben der katholischen Kirche, sondern auch einer schlüssigen Argumentation aus der Heiligen Schrift widerspricht. Der Rückgriff auf den „Geist Jesu“ ist nichts anderes als ein Freibrief, mit dem man die sachliche Diskussion durch subjektive Behauptungen ersetzt. Das Stichwort „Ungleichheit der Gläubigen”, mit dem man sowohl das Weiheamt als auch die Hierarchie ablehnt, ist weder katholisch noch biblisch begründbar. Auch die gesamte Glaubensüberlieferung, auf die ich mich im letzten Leserbrief bezog, widerspricht all diesen auf Luther zurückzuführenden und von ihm aufgestellten Glaubensaussagen. P. Bernhard Kaufmann, Dornbirn