Kirchenbeitrag
anders gesehen

Leserbriefe / 05.02.2020 • 18:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein durchaus freundlicher Hinweis hat mir wieder bewusst gemacht, dass meine allzu spontanen Angriffe auf das Kirchenbeitragssystem in der Tat sehr einseitig sind (fast populistisch) und ich dabei die möglichen Folgewirkungen ausblende: Dass meine Argumente gar noch zum Austritt animieren und ich all den Gläubigen Ärgernis stifte, die treu und mündig ihren Beitrag bezahlen, auch weil ihnen bewusster ist, was vom Kirchenbeitrag und damit von einer stabilen Kirche alles getragen wird. Und das möchte ich nach meiner Kritik hier von Herzen erinnern: Es ist das Fundament der Kultur des Landes! Es sind die immer noch selbstverständlichen Strukturen des Lebens in jeder Gemeinde: Das Kirchenjahr mit den Sonntagen, mit Weihnachten, Fastenzeit, Karwoche und Ostern; Taufen, Erstkommunion, Firmung, Hochzeiten, Begräbnisse; die prächtigen Kirchen in den Dörfern und Städten, das Läuten der Glocken usw. Und all das sind die äußeren Bedingungen, die sowohl das Glaubensleben als auch die menschlichen Tugenden aufbauen und bewahren: Hilfsbereitschaft, Nachsicht, Initiativkraft, Arbeitsamkeit, Mitleid, Geduld, Bescheidenheit, Güte … und die gläubige Erhebung über die Welt. Alle diese Tugenden würden ohne die Erinnerungen und den Geist der Kirchen verschwinden und all den Dämonen wie von selbst Platz machen, die das persönliche und gemeinsame Leben vergiften.

Pfr. Peter Mathei, Alberschwende