Denunziation

Leserbriefe / 17.08.2022 • 18:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In der DDR oder auch in der Nazizeit war Denunziation sehr üblich. Das Vertrauen zwischen den Menschen, sogar innerhalb der Familie schwand. Jeder konnten jeden für einen möglichen Vorteil „hinbrennen“. Nicht wenige wurden „abgeholt“ und eingesperrt. Während der Coronazeit gab es auch Fälle, wo Nachbarn oder unbeliebte Mitbewohner angezeigt wurden. Die Polizei muss rechtlich jedem der Fälle nachgehen und darf den Anzeiger nicht nennen. So auch erst kürzlich in Hohenems: Eine 90-jährige Frau (eine ehemalige Arbeitskollegin von mir) hatte gesundheitliche Probleme und war vor kurzem in das KH Hohenems eingeliefert worden. Sie wurde Corona positiv getestet. Obwohl sie keinerlei Symptome merkte. Sie wurde entsprechend ihrem Schwächeanfall super behandelt und war wieder über dem Berg. Ihre Tochter teilte dann mit, dass zu Hause bei der 24h-Pflegerin die Polizei vorsprach und diese Frau suchte. Sie wurde angezeigt, dass sie Coronapositiv ist und in Hohenems herumspaziere. Dabei ist diese Frau seit Jahren schon im Rollstuhl. Jemand muss sie denunziert haben. Und das 2022! Solche anzeigenden Menschen, die unrichtige Angaben machen, müssten bei einer solchen Falschmeldung gerichtlich geahndet und bestraft werden. Motto: „Gott weiß alles, aber die Nachbarn wissen mehr.“

Oskar Piffer, Dornbirn